HALAL WETTEN in der Türkei

Noch letzte Woche regte sich jemand auf, warum man denn die Laborblutwerte und die Röntgenbilder in Deutschland nicht wie es in der Türkei der Fall ist online über E-Staat.de (die es gar nicht gibt), einsehen könne. Ich sagte, der Datenschutz würde dem Ganzen im Wege stehen und so etwas würde es auch in Zukunft nicht geben. Aus ihrem Kommentar „Deutschland ist aber rückständig!“ konnte ich entnehmen, dass sie mich nicht ganz verstanden hatte. Für den Preis von weniger als einem Euro kann sich jeder in der Türkei, von irgendeiner Postfiliale eine PIN holen und so ziemlich alles über sich online einsehen. Nicht nur was die Gesundheit angeht, sondern auch anhängige Mahnbescheide, Verkehrsstrafen und sogar Vorfahren, die bis ca. 1850 zurückreichen … Einfach alles! Wer diesen PIN in die Finger bekommt und einmal auf den Personalausweis des betreffenden einsehen konnte, kann im Account des Fremden surfen und so ziemlich alles über die Person erfahren. Der gläserne Bürger ist in der Türkei schon lange Fakt.

Jetzt kommen wir zu etwas, was es in Deutschland auch niemals geben würde. Wettmonopol des Staates hin und her, aber außer den bekannten Glücksspielen wird der Staat sich sicher niemals erlauben, erfundene Phantasiewetten online anzubieten (nicht gemeint die privaten Anbieter).

99% der türkischen Bevölkerung sind Muslime. Folgerichtig ist somit jedem bekannt, dass Alkoholkonsum und Glücksspiele u.a. verboten sind. Pustekuchen! Gewettet wird auf Teufel komm raus. Zum Glück kommt der Teufel nicht raus, wobei er berechtigt wäre nach entsprechenden Scharia-Regeln zu handeln, aber so ernst wird der Islam in der Türkei doch nicht genommen.

Nicht nur, dass die Masse wettsüchtig ist, es ist auch so, dass der Staat sie dazu animiert, denn 50% der Einsätze, mindestens, landen in der Staatskasse.

Der politische Islam verleitet die Muslime zu Glücksspielen.

Beim Surfen auf einem der staatlich konzessionierten Online-Wettkanäle traute ich meinen Augen nicht. Im türkischen gibt es einen Spruch, den man verwendet, wenn einer überall verschuldet ist. Dann sagt man: „Der schuldet sogar dem vorbeifliegendem Vogel Geld!“ Den Spruch kann man in der Türkei auch für die Zocker benutzen: „Die wetten sogar darauf, welcher Vogelschiss zuerst unten ankommt.“ Nicht nur auf Autorennen, Basketballspiele, Fußballspiele, die als Online-Animationen im Drei-Minuten-Takt stattfinden, kann man wetten, sondern auch z.B. auf den Sieger von zehn animierten Murmeln, die einen Parcours aus Sand herabrollen. Auch beim Zufallsgenerator, von dem man annimmt, dass er im Hintergrund läuft, wird nichts dem Zufall überlassen. Das unterstelle ich mit Nichtwissen, aber wohlwissend, dass das woanders durchaus so läuft. Welcher Unternehmer, in diesem Fall der türkische Staat, überlässt das Geldverdienen bzw. Geld aus den Taschen der Bevölkerung raus zu fischen, schon dem Zufall?

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