Türkei: Die Russen kamen, sahen, investierten, verloren und gingen

So kurz kann man es natürlich nicht erklären. Die russische Suchmaschine Yandex bewegte sich erstmals auf einem Markt wo keine kyrillischen Buchstaben benutzt wurden. In der Türkei wollte man die Vorherrschaft von Google brechen und anschließend andere Länder in Angriff nehmen. 2011 fiel der Startschuss. Zu den besten Zeiten beschäftigte Yandex im Istanbuler Büro 120 Personen. Die Investitionen, um auf dem türkischen Markt fußzufassen, waren enorm und brachten auch einen schnellen Erfolg, denn Yandex erlangte in 4-5 Jahren fast 10% Marktanteil, die sie allesamt Google wegnahmen. Sie investierten in Bereiche, wo Google nicht stark genug zu sein schien. So hatte Yandex u.a. die Erfahrungen aus Moskau mitgebracht, wie man die Verkehrsflüsse in der Stadt besser kontrollierte und regulierte. Der Haken an dem schnellen Wachstum war der Auffand. Nur mit immer mehr und hohen Investitionen gewann man neue Anteile, die aber nach einer gewissen Zeit zu stagnierten anfingen.

Der Grund war, dass Google, die durch Yandex aufgedeckten Schwächen, zu schließen begann. Was so nicht gedacht war, geschah. Google ließ Yandex machen. Da wo Yandex ansetzte, war Google schwach, aber nicht lange. Sie holten an der Stelle auf und Yandex stand da, als wären sie die Entwicklungsabteilung von Google.

Jetzt haben die Russen genug. So viel Geld verbraten, für nichts. Der Anteil ist wieder auf wenige Prozent zurückgegangen. Eigentlich wird Yandex nur noch von denen benutzt, die den Amis trotzen wollen und das sind nicht gerade viele in der Türkei.

Jetzt sind die Russen abgezogen und haben ihr Istanbuler Büro dicht gemacht. Ihr Statement dazu war lustig. Sie glauben an den türkischen Markt, aber wollen es von Russland aus steuern. Dann mal los! Denn was vor Ort nicht funktionierte, kann aus der Entfernung unmöglich funktionieren.

Die Bezahlwand habe ich nicht in den Text eingebaut. Solltest du darüber springen wollen, machst du bitte unten weiter. 😉

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