Die armenische Grenze fängt gefühlt in Ankara an

Der Konflikt mit Armenien und Aserbaidschan kommt Erdogan den Prächtigen wie gerufen. Wieder kann er so einige Zeit überbrücken und sein Volk mit Kriegsgeschrei betäuben. Denn die Devisenkurse sind wieder mal explodiert und scheinen nicht aufhaltbar zu sein und das in so einer wirtschaftlich miserablen Situation.

Armenien, Kloster Haghartsin

Wer das Bild sieht, muss sich nicht wundern.

Die Türkei hat gestern den Schwarzen Montag erlebt. Die Zentralbank hat die Reserven zum Ende August mit Minus 37 Milliarden USD bekanntgegeben. Der USD und Euro sind an einem Tag über 2% teurer geworden.

Somit waren die Handlungen der Zentralbank von letzter Woche, um die Inflation und Devisen in den Griff zu bekommen völlig umsonst.

Gestern war es wieder soweit. In den TV Nachrichten sah ich wieder einige, die ihre Dollars verbrannten. Da kommt die Frage auf, warum es immer 1 USD Banknoten waren und keine größeren Scheine. Klar, die eigentlichen Beträge sind unterm Kissen, oder auf den Devisenkonten bei der Bank.

In diese Phase hinein kommt die aus Saudi-Arabien die Mitteilung, dass sie keine türkischen Produkte mehr ins Land lassen werden. Der Zusammenhalt unter den islamischen Ländern ist einfach zum Kopfschütteln.

Wer noch glaubt, dass die Ausländer die Devisenkurse hochtreiben, liest bitte weiter, denn die Gründe, dass die damit nichts zu tun haben, liegen auf der Hand. 

Die Türkei hat kein Papier mehr von Wert in der Hand. Keine Devisen mehr. Die Netto-Reserven der Zentralbank sind bei Minus 37 Milliarden USD angekommen. Die Reserven der Zentralbank kann man unterschiedlich betrachten. Schaut man nur auf die Haben-Seite sind noch 84 Milliarden USD in der Kasse. Nur schaut man auf die noch ausstehenden Verpflichtungen im August, so betragen diese 121 Milliarden USD. Also ein Minus 37 Milliarden USD.

Das eigentliche Problem: Keine Devisen in der Kasse und auch nicht in Sicht.

Angebot und Nachfrage bestimmen den Markt nicht erst seit gestern. Hat man gewusst, dass dieses Jahr die Devisen fehlen würden? Ja!

Die Exporte verlaufen, den Umständen entsprechend, zufriedenstellend. Da die Märkte weltweit aber enger werden, besonders in Europa, wird z.B. die Logistikbranche der Türkei, eines der Motoren der türkischen Wirtschaft, große Umsatzeinbußen haben. Die Tourismusbranche wird das Jahr abschreiben müssen. Die Importe aber haben wieder Fahrt aufgenommen und mit den aufgezählten Überschriften, vergrößern sie den Bedarf nach Devisen immens und dass bei fehlenden Einnahmen. Die ausländischen Direktinvestitionen sind seit Jahren Mangelware. Das alles befeuert die Nachfrage nach Devisen.

Auch der Staat hat Devisenschulden, die er begleichen muss.

Auf der internationalen Bühne steht die Türkei verlassen da und Schuld ist nur er, mit seinen Entscheidungen. Muss man sich noch fragen, warum die Devisenkurse steigen und die Lira weiter an Wert verliert? Nein, es wird so weitergehen.

Also, was wird der Große Meister tun?

Er wird sich mit dem Aserbaidschan – Armenien Konflikt beschäftigen, als ob Ankara eine Grenze zu Armenien hätte.

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