Online-Unterricht der türkischen Universitäten setzt dem Einzelhandel hart zu

In der Türkei gibt es nach den aktuellen Zahlen (05/2020) des Hochschulamtes 7.940.133 Studierende. In der Pandemiephase haben die Universitäten auf Online-Studium umgestellt. Wenn man bedenkt, dass die meisten Studierenden weit weg von der Heimatstadt und Familie studierten, tangiert deren Wegbleiben, ganze Branchen.

Bei der Recherche entdeckte ich die Statements der IHK-Präsidenten der anatolischen Städte Eskişehir, Trabzon und Erzurum, die den Staat um Hilfen für die Einzelhändler der Stadt bitten.

Wenn man bedenkt, dass alleine über zwei Millionen in Istanbul studieren, so ist die Stadt Trabzon mit 70.000 Studierenden eher als eine kleine Universitätsstadt anzusehen. Der IHK-Präsident rechnet vor und kommt bei einer Pro-Kopf-Ausgabe eines Studierenden im Monat von 2.000 TL, auf einen Fehlbetrag von 140 Millionen TL für die Einzelhändler der Stadt. Die meisten haben die Hoffnung aufgegeben, dass ein Analogunterricht wohl sobald nicht möglich sein wird und sind zu ihren Familien in die Heimatstädte gezogen.

Dabei wurden wohl so viele Kündigungsfristen bei Mietverträgen nicht beachtet, dass die Vermieter für rückständige Mieten Mahnbescheide erlassen mussten.

Geht man von den o.g. 2000 TL/Monat Ausgaben pro Studierenden aus, so hat der Istanbuler Einzelhandel monatlich eine Fehlumsatz von 4 Milliarden TL.

Ich denke, dass der Staat unter diesen Umständen kaum etwas tun kann und wird für die Einzelhändler. Klar, könnte man noch mehr Geld drucken und jedem ein Einzelbetrag als Soforthilfe geben, aber das wäre auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein und würde so recht niemandem weiterhelfen.

So treiben die Corona-Maßnahmen und Folgen und die seit Jahren kränkelnde Wirtschaft viele Einzelhändler in den Ruin.

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