Eigentlich kein Text für Kinder und Jugendliche, denn es geht um Schneewittchen

Eigentlich ist der Text schon einigermaßen sexistisch und diskriminierend (würde man in der heutigen Zeit feststellen), zumal es von Schneewittchen und den sieben Zwergen handelt, die allesamt männlich und kleinwüchsig waren. Ich habe Euch gewarnt, wer so etwas nicht verträgt, bitte hier aufhören und später sich nicht darüber aufregen.

Schneewittchen und die sieben Zwerge kannten sich erst ein paar Tage, sie äußerte den Wunsch, dass sie baden wolle. Die sieben Zwerge setzten alle Hebel in Bewegung und besorgten eine große Wanne, Wasserbehälter, Seife, Schwamm und heißes Wasser. Als sie auf dem ersten Stock alles bereitgestellt hatten, so anständig wie sie waren, zogen sie sich zurück und gingen aus dem Haus raus. Ihre Phantasien und Neugier nahmen sie mit. Die Schönheit von Schneewittchen und die Tatsache, dass es sich bei den sieben Zwergen um Männer handelte, brachte es mit sich, dass sie sehen wollten, wie sie badet. Nicht einmal ein großer Mann könnte in den ersten Stock hineinschauen, wie sollte das mit den Kleinwüchsigen gehen? Der älteste hatte dann die Idee. Sie stiegen auf die Schulter des jeweils anderen und so konnte wenigstens einer, natürlich der älteste, reinschauen und berichten.

Mit leiser Stimme sagte der älteste: „Sie zieht sich aus.“, dann verbreitete sich die Nachricht nach unten hin: „Sie zieht sich aus.“

„Jetzt steht sie mit dem Rücken zum Fenster, oh nein, sie ist so schön.“ Also stieg die Nachricht Stufe für Stufe bis zum unterstem herab. „Sie hat die Seife fallen lassen und bückt sich.“ „Seife… bück sich…“ Es dauerte nicht lange, dass der unterste etwas sagte: „Mir wird ganz anders, meine Hose wird ganz eng.“ Diese Nachricht musste nicht weiter getragen werden, zumal sie allesamt ähnliches gleichzeitig gesagt hatten, die sieben Herren.

In der türkischen Politik passiert etwas ähnliches. Der Alleinherrscher sagt was, verspricht, versprüht Hass und schon reagieren die unteren Etagen und quasseln das nach, war er gesagt hat. Natürlich zieht die Propagandapresse mit und unterstreicht das Gesagte. Da die Versprechungen fast nie eintraten, hofften die Quassler und das Volk immer wieder und das schon seit 18 Jahren, dass es wahrscheinlich in der darauffolgenden Legislaturperiode passieren würde. Doch es passierte nichts. Regieren war vor Jahren mal, heute geht es nur noch um den Machterhalt.

So sehen die aktuellen Umfrageergebnisse der Avrasya Anket aus:

Die AKP steht bei 35%, die sozialdemokratische CHP bei 28,4%. IYI Partei 12,4%, die kurdische HDP bei 11,7 und der Koalitionspartner der AKP die nationalistische MHP bei 7,4%. Die anderen Parteien, inkl. der neugegründeten Parteien liegen unter 3%. In der Türkei gibt es ein 10% Klausel.

Viel besser sieht es für den Alleinherrscher auch nicht aus. Ja, ich würde ihn wählen, sagen 38,9% und 46,8% verneinen das. 14,3% sind unentschlossen.

Jetzt soll nicht der Eindruck entstehen, dass er bald gehen könnte bzw. würde, denn dem ist nicht so. Ein Gesetzesänderung durch das Parlament, oder sei es nur per Dekret durch ihn erlassen, der da heißen könnte „Wer bei der Präsidentschaftswahl die 25% Hürde nimmt und die einfache Mehrheit hat, wird zum rechtmäßigen Staatspräsidenten der türkischen Republik ernannt.“, könnte genauso eine Variante sein, wie eine herbeigerufene Chaossituation und Ausrufung des Ausnahmezustandes, der ihn bis zu seinem Lebensende regieren lassen könnte.

In der Zwischenzeit ist Schneewittchen fertig mit dem Baden. Die sieben Zwerge pusten ihr die Haare trocken.

Danke an Ulvi Pug, der mich auf die Idee mit Schneewittchen als Beispiel gebracht hat.

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