Gesundheitsbranche der Türkei: Krankenhäuser und deren Lieferanten in Schieflage, aber nicht wegen Corona

Es kann bald passieren, dass die Uni-Kliniken, aber auch andere Krankenhäuser in der Türkei nicht mehr mit medizinischem Gerät und Medikamenten beliefert werden können.

Der Staat hat bei den Lieferanten des Gesundheitssektors 16 Milliarden türkische Lira Außenstände und das seit vier Jahren. Jetzt hat der Staat diese 7.500 Lieferanten angeschrieben und um 25% Nachlass gebeten. „Gebeten“ klingt so seriös, was ich mir bei der Regierung nicht vorstellen kann. Wer so einen Betrag vier Jahre lang nicht bezahlt, sitzt am längeren Hebel. Oder vielleicht doch nicht?

Die Gläubiger sagen, dass sie keinen Nachlass gewähren, und schon bald nichts mehr werden liefern können. Die staatlichen Krankenhäuser würden bei Direktkäufen mit 13 Monaten Zahlungsziel arbeiten, was der Branche außerdem die Luft nehmen würde.

Auch die Exporte der Branche würden unter diesen Umständen leiden. Jetzt soll die Regierung beschlossen haben, dass medizinisches Gerät und Medikamente von einer zentralen Behörde (DMO) gekauft und an die Krankenhäuser weitergegeben werden sollen. Vereinbart sind zwar 90 Tage Zahlungsziel, jedoch würden die Rechnungen in 13-14 Monate beglichen werden, beklagen die Lieferanten.

Ein weiterer Punkt ist, dass es bei den Käufen keine Ausschreibungen mehr geben wird. Alle Hersteller werden zu Einheitspreisen an den Staat verkaufen müssen. Freie Marktwirtschaft ade!

Während der Pandemiephase mussten alle Hersteller von medizinischem Gerät ihre Produkte einem einzigen Unternehmen verkaufen. Dass das auch passierte, stellte der Staat wohl mit Polizeigewalt sicher. Unter polizeilicher Aufsicht wären Unterschriften geleistet worden. Dass immer noch Polizei vor den Herstellerbetrieben wache schiebt, soll Bestand haben.

Da fehlen einem die Worte. Wo soll das noch hinführen? Viele Medikamente und medizinisches Gerät konnten die letzten Jahre wegen Devisenmangels nicht importiert werden und es mussten deshalb sogar bereits Operationen ausfallen. Wenn der Staat weiterhin die Schulden bei den Herstellern nicht bezahlt, kann die Situation noch ausarten.

Quo Vadis Türkei?

Quelle: Dünya

 

 

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