Manche sagen ‘Türkei-Hasser’ und meinen eigentlich den ‘Türkei-Liebhaber’

Die Türkei ist ein Land, an drei Seiten von Meeren umgeben, mit viel Sonne und Strand, eigentlich genau ein Land, in die sich die deutschen verlieben und wohlfühlen. Warum nur Deutsche, eigentlich fast alle, die mal da waren, schwärmen davon und von der Gastfreundschaft der Türken. Das Pech der Türkei ist evtl., dass nicht alle vier Seiten von Meeren umgeben sind. Die Türkei als eine Insel, abgekoppelt vom Ärger des Nahost-Arena, das wäre doch mal was. Wer weiß, evtl. kommt ein Größenwahnsinniger mehr und realisiert die Abkopplung. Statt ein Kanal-Istanbul, ein Ost-Anatolien-Kanal. Den Bau soll ruhig der Kumpel von Erdogan, der Cengiz von der Cengiz-Holding realisieren, der fast alle Großprojekte baut. Das “Böse” im Land seit 18 Jahren einen Namen, nämlich ‘Erdogan’. Die sog. Opposition kann man in der Pfeife rauchen, gäbe es die nicht, gäbe es Erdogan nicht. Dem Otto-Normaldeutschen, sorry, auch Helga-Normaldeutschen, in Deutschland ist nicht bekannt, dass Erdogan auch unter den deutschen Residenten in der Türkei regelrecht Fans hat, die das Unrecht-Regime mittragen.

Antalya, Konyaaltı Strand

Mein Bruder hat die Situation, in einer Facebook-Gruppe, wo man jede Kritik am bösen Diktator und den Verhältnissen in der Türkei als “Türkei-Hass” auffast, richtig formuliert:

“Kritik an einen Land, in dem viel zu vieles für den Inländer, der dort 365 Tage im Jahr lebt und sein Geld, wenn überhaupt, in Lira verdient, den Bach heruntergeht ist mehr als angebracht… was bekommen die „Türkei-Lover“ mit von den Themen, die nun mal eher diejenigen betreffen, die keinen Notausgang in Form einer anderen Nationalität haben… wenn ein lokales Ordnungsamt in Ankara 80 Stellen ausschreibt, und 40000 aus dem ganzen Land anreisen, um sich zu bewerben, wenn staatliche Krankenhäuser selbst banale Untersuchungen und Medikamentationen aus Geldmangel nicht mehr durchführen können, wenn selbst staatliche Schulen bei der Anmeldung unter dem Deckmantel einer freiwilligen Spende, 3-4 Mindestlöhne von den Eltern verlangen, damit ihr Kind in die weniger überfüllte Klasse kommt, wenn jedes Jahr ein neues Schulsystem eingeführt wird, wenn du von heute auf morgen Strom- und Gas-Preiserhöhungen entgegen der weltweiten Wirtschaftslage von „schlappen“ 30-50 Prozent getroffen wirst, wenn du merkst, dass Freunde, die einer bestimmten Partei angehören und nur deshalb dieser beitreten, eher einen Arbeitsplatz oder Unterstützung bekommen… wenn das Leben all das belegt, es nicht mehr beim Hörensagen bleibt, und wenn man DANN kritisiert ist man kein Hasser, sondern ein ein Türkei-Liebhaber, dem es wirklich auf die Inneren und nicht nur die äußeren Werte des Partners, sprich des Landes, ankommt.”

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