Türkei – Das Kalifat lässt grüßen

Dieser Tage hört man hier und dort (in der Türkei), immer öfter das Wort “Kalifat” (nicht erst seit der Hagia Sophia Entscheidung), oder sagen wir besser Kalifat ähnliches irgendwas. Denn in der Türkei ist zumeist vieles nur halb, z.B. so, wie der Islam ausgelebt bzw. nicht gelebt wird. Das Foto ist aus dem Balkon meines Freundes und des Cumhuriyet Kolumnisten Feyzi Açıkalın aus Alanya, seines Zeichens; Zahnarzt, gemacht worden. Hier sieht man normalerweise um diese Zeit Touristen zuhauf.

Da IS Familien ebenfalls in Alanya leben, müssen diese Frauen nicht unbedingt Touristinnen sein, sagt der Fotograf.

Er schreibt in seiner Kolumne von heute: „Wir sind ein Volk, dass am nächsten Tag aufwachen und sagen wird: ‚Was war?‘ und siehe da, die Türkei ist ein Kalifat geworden.“

Die Türkei würde 4,7% des der Muslime ausmachen und wenn in so einem Land das Kalifat ausgerufen werden würde, würden sicher die fortschrittlichen Länder wie Deutschland, die Niederlande & Co. vor Neid erblassen und denen würden sich die Vorzeigemodelle des Islams, Malaysia, Ägypten und Nigeria anschließen, die das Muslimen-Monopol nicht der Türkei überlassen wollen, schreibt er, ironisch.

Weiter schreibt er: “[…] Die sollen uns beneiden, aber das Kalifat wird der Wirtschaft kaum weiterhelfen. Weiterhin wird die Türkei mehr importieren, als sie exportiert und sie wird auf die Tourismuseinnahmen angewiesen sein.

Bleiben wir bei den Tourismuseinnahmen, die durch die Halbnackten aus den westlichen Ländern erzielt werden. Was wird passieren, wenn man sich Malaysia, Indonesien u.ä. Länder als Beispiel nimmt. Nackig wird verpönnt (Makruh) sein.

Womöglich wird die oberste religiöse Aufsichtsbehörde ein Handbuch mit dem Namen “Einführung in das Halal-Tourismus 101” herausgeben. Da man den türkischen Tourismus nicht unter einer Überschrift zusammenfassen kann, wird es nicht einfach werden, so ein Handbuch zu erstellen. Was aber auf keinem Fall fehlen wird: “Alkohol-, Schweinefleisch- und Bikini-Verbote” werden als Paragraph 1 geführt werden.

Es kann aber auch passieren, dass man die Türkei in Regionen unterteilt. Da wo der strenge Islam tonangebend ist und dort, wo die Ungläubigen Urlaub machen und die Devisen abliefern.

So etwas Anrüchiges auf türkischem Boden zu veranstalten muss natürlich teuer bezahlt werden von den Tourismusunternehmen. Neue Steuern und Abgaben wird man erlassen. Diese Trennung von Gläubigen und Ungläubigen dennoch nicht verbieten, sondern Erlauben, wird vom Propaganda-Ministerium mit Zitaten aus dem Koran, als Zeichen der Fortschrittlichkeit und Güte verkauft werden, ‘ein Zeichen der Menschlichkeit’.

Die obersten Religionswächter, die bis heute nicht einmal nach den Vorgaben des Koran gebetet haben, werden drauflos aus dem Koran zitieren und die Güte Allah’s herausstellen.

[…] klingt das Ganze etwa zu utopisch? Wartet ab, was in naher Zukunft noch alles passieren wird.”

Originaltext in Türkisch aus dem Cumhuriyet

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