Brasilien, Griechenland, Südkorea, Spanien und die Türkei. Dieser Vergleich macht Sinn!

Brasilien, Griechenland, Südkorea und Spanien hatten in den 60er Jahren, laut Weltbankzahlen, fast das identische Pro-Kopf-Einkommen wie die Türkei.  Lasst uns mal schauen, was danach passierte.

1960 war die Türkei mit kleinem Abstand hinter Griechenland an zweiter Stelle. Nur ab 1970 fängt Griechenland an den Vorsprung zu vergrößern. Noch schlimmer (aus der Sicht der Türkei) ist, dass Spanien von hinten kommend die Türkei überholt. Gut, in den 80er Jahren kann die EU dazu beigetragen haben, dass Spanien die Türkei überholte, nur, Südkorea macht sich in den 80ern zu neuen wirtschaftlichen Ufern auf und überholt die Türkei ebenfalls. Brasilien mit 200 Millionen Einwohnern kommt, unter diesen 5 Ländern vom letzten Platz und überholt die Türkei, die in 1960 mit Griechenland an der Spitze war ebenfalls. 2012 ist die Türkei unter diesen fünf Ländern letzter.

Was macht die Türkei falsch?

In der Ära Edogan machte die Türkei bis ca. 2008 einen Satz nach oben. Zwar alles dank des heißen Geldes, die in die Türkei floss und auf Pump, aber es war gemessen an den Wirtschaftszahlen, ein Weiterkommen. Das Pro-Kopf-Einkommen des Türken wuchs ‘NOMINAL’ auf das dreifache. Eine vierstelliger USD Betrag mit einer 9 vorne war erreicht. Das ist innerhalb nur weniger Jahre passiert. Ich habe das Wort ‘NOMINAL’ hervorgehoben, den jeder weiß, dass 9.000 das dreifache von 3.000 ist, in diesem Fall US-Dollar. Mit dieser Täuschung der Massen gewann Erdogan mehrere Wahlen.  Dass man in der Türkei mit den 3.000 USD von früher, mehr kaufen konnte als mit den 10.000 USD von jetzt, ist eine Feststellung, die man zu verschweigen hat.

Sogar The Economist fiel darauf rein.

Das Wirtschaftsmagazin The Economist fiel auf Erdogan’s Worte ebenfalls rein und brachte vor Jahren die Schlagzeile, dass das Pro-Kopf-Einkommen der Türken, in zehn Jahren um das Dreifache gestiegen sei.

Schon am nächsten Tag folgte die Berichtigung. The Economist war vom Nominalwert ausgegangen. Das eigentliche Wachstum betrug 43%. Das passierte eigentlich innerhalb von fünf Jahren und war ein Riesenerfolg für Erdogan. 2008 war Ende.

Das Wachstum in 10 Jahreszyklen war immer um 45%

Nach Zahlen der Weltbank, die natürlich allesamt von Türkstat, also der offiziellen Datenquelle der Republik Türkei stammen, wuchs das Einkommen der Türken, seit 1960, in 10 Jahreszyklen immer jeweils um ca. 45%. Egal wer regierte.  Das hatte damit zu tun, dass die Weltwirtschaft voran kam. Wenn wir die Weltwirtschaft mit Wasser gleichsetzen, so wuchs die Türkei mit dem steigendem Wasserstand mit. Während alle Regierenden vor Erdogan, auch mit Nichtstun die 45% Wachstumsmarke in 10 Jahren schafften,  so gab es mit ihm den ersten Dämpfer für die türkische Wirtschaft. Das, was er 2008 schon erreicht hatte, nämlich ein Pro-Kopf-Einkommen, mit einem vierstelligen USD-Betrag mit einer 9 vorne, hat auch nach 18 Jahren des Regierens Bestand. Eigentlich nach derzeitigem Umtauschkurs weitaus weniger, aber das wollen wir hier nicht weiter vertiefen.

Wo steht die türkische Wirtschaft im Vergleich zu anderen Wirtschaftsnationen?

Eine Frage, die die Verantwortlichen in der Türkei am liebsten meiden und sogar liebend gerne verbieten würden. Schaut man sich die Abstände zu den OECD Ländern, so kann man feststellen, dass in den letzten 10 Jahren die Türkei sich hat abhängen lassen. Kommt davon, wenn man seine eigenen Wirtschaftszahlen ständig mit den eigenen vergleicht. Klar, dass z.B. nach der Coronakrise auf einmal die Erfolgsmeldungen auf uns herabprasseln werden. Exporte, Produktion, Verkäufe u.v.a. mehr um 30, 50, 100% gestiegen, wird es heißen, immer im Vergleich zu den eigenen, in den letzten Jahren durchweg miserablen Zahlen. Die Frage, wie sieht es bei den anderen Ländern aus, haben wir Boden gut gemacht, oder sind sie uns wieder enteilt, diese Frage wird man meiden.

Wie kann man dagegenwirken?

Um dagegen wirken zu können, muss man das wollen. Wenn man das möchte, muss man Leute am Bord haben, die Ahnung davon haben, wie die Wirtschaft und die Finanzwelt funktioniert. Der Alleinherrscher hat davon keine Ahnung. Nicht schlimm, denn es gibt auch andere Alleinherrscher, die von null auf eins schossen, weil die Umstände dieses ermöglichten. Nur dann muss er sich auf sein Team verlassen können. Pustekuchen! Seine Musiker im Orchester, spielen eher andere Instrumente und das eher für sich allein. Sie könnten das Land nicht auf die richtige Spur bringen, wenn sie denn wollten. Dafür fehlt ihnen jegliche Kompetenz und der Wille, dem Land was Gutes zu tun.

Wäre die Türkei eine Firma, sehe es schlecht aus!

Harte und aussagefähige Zahlen sollten eine Rolle spielen, wenn mein ein Unternehmen führt.  Nur, die durch die Jahre verfälschten Zahlen, der Einsatz von immer unterschiedlichen Formeln z. B. zur Ausrechnung der Inflationsrate u.a. machen eine ordentliche Buchführung bzw. eine Rückkehr dazu, unmöglich für die Türkei. Wie kannst du ein Unternehmen führen, wo du nicht einmal die IST-Zahlen kennst? Schon über 10 Jahre hat die Regierung sich gescheut, dem Rechnungshof der Türkei Rechenschaft abzulegen.

Mit der abwartenden Haltung und Nichtstun, den fehlenden Finanzmitteln und dem Spielraum, auf die Selbstheilung zu setzen, ist der falsche Weg, den man nicht weiter bestreiten sollte. Gut gebrüllt, aber in die Tat umsetzen geht nicht mehr.  Wie gesagt, eine Rückkehr zum Besseren ist nicht mehr möglich für die Türkei. Die Türkei muss die Zeit Ära Erdogan aussitzen bzw. ausbaden.

Nach-mir-die-Sintflut-Strategie

Was hat er nicht alles getan, um an der Macht zu bleiben. Den Tag retten, das Land weiter verschulden, auf verlustbringende Mega-Projekte, auf Pump durch seine Leute gebaut, setzen und eines Tages gehen. Dann ist die Türkei schon längst am Boden liegend ausgezählt und in kompletter Abhängigkeit vom Ausland. Mission Erdogan completed! Die kommenden Generationen an Türken können es ausbaden.

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