Türkei: “Wer soll das bezahlen, wer hat das bestell?” – Eine Gute und eine Schlechte Nachricht

Die türkische Wirtschaft betreffend kann ich mit zwei neuen Nachrichten aufwarten. Die gute Nachricht ist, dass die Nachfrage nach den Krediten und der damit verbundenen Kreditaufnahme gestiegen ist. Die schlechte Nachricht ist, dass die Nachfrage nach den Krediten und der damit verbundenen Kreditaufnahme gestiegen ist. Sofort habe ich den alten Song von Jupp Schmitz im Ohr, der da singt: „Wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt?“

Die, die glauben sich das leisten zu können in der Türkei, wollen dieser Tage Autos und Wohnungen kaufen. Die Nachfrage nach den Krediten war durch die Corona-Krise ausgebremst worden. Jetzt scheint aber wieder der Bann gebrochen. Die Verschuldung der privaten Haushalte nimmt richtig Fahrt auf, teilen die Marktbeobachter mit.

Die Ratingagenturen warnen!

Die ausländischen Ratingagenturen sind schon aufmerksam geworden und sagen, in ihren Vorausschauen, dass man eine Verschlechterung der Aktiva der türkischen Banken erwarte. Sie erwarten bei den nicht zurückgeführten Krediten, inklusive der Umschuldungen eine Quote von 20%.

Jetzt könnte man S&P und Moodys überhören und weitermachen, wie das schon immer der Fall war in der Türkei, nur der Haken ist, die ausländischen Investoren hören auf solche Bewertungen und auf ausländischen Investitionen, wenn es auch nur Kredite sind, ist die Türkei angewiesen.

Eine Zahl zum Staunen:

Vom 1. bis 19. Juni 2020 wurden von den türkischen Banken, Immobilienfinanzierungen von 11,5 Milliarden TL realisiert. Im Jahr 2019 waren es 10,6 Milliarden TL. Somit wurden in 19 Tagen mehr Immobilienfinanzierungen realisiert als im ganzen letzten Jahr. Auch die sonstigen Konsumkredite sind gefragt. Werden diese Finanzierungen am Ende den Markt in Bewegung bringen und den Konsum steigern?

Die eigentliche Frage ist eine andere!

Die staatlichen Banken sorgen dafür und überschwemmen den Markt mit Krediten. Nur, wer auf diese Weise heute die Wirtschaft in Gang zu bringen versucht, sollte auch an morgen denken. Für die heutigen Schulden, wird die Zukunft als Geisel angeboten. Das hatten wir in 2000/2001 schon mal.

Ich finde, die Wirtschaft anzukurbeln geht nur über Soforthilfen für die Bevölkerung und für die private Wirtschaft, die dann mit Investitionen verknüpft sein sollten und nicht zurückbezahlt werden müssen. Das könnte ein Instrument sein die Zukunft zu formen. Die nächste Frage wäre, wer denkt in der Regierung schon an die Zukunft der Türkei, wo doch das eigene Machtstreben von ‘heute’ im Vordergrund steht?

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