Drei Meldungen in aller Kürze: u.a. Der Staat steigt mit 530 Mio. USD bei Turkcell ein.

Das ist genau das Gegenteil von: “Der Wirtschaft unter die Arme greifen”. Bis jetzt zahlten der Arbeitgeber 3% vom Lohn/Gehalt des Personals in die Arbeitslosenkasse. Da die Wirtschaft derzeit, nicht nur durch die Corona-Krise, schwer unter die Räder gekommen ist, erwägt die Regierung, den Satz auf 6% zu steigern. Das soll mal einer verstehen. Der Grundtenor in der Wirtschaft: „Wollt Ihr uns ganz fertigmachen?“

Die kurzfristigen Auslandsdarlehen sind um 6,8% zurückgegangen

Im Vergleich zum Vergleichsmonat April aus dem letzten Jahr sind die Devisenschulden, die man den ausländischen Kreditinstituten schuldet, um 6,8% zurückgegangen und betragen derzeit 115,2 Milliarden USD. Davon entfallen 23,9% auf den Staat, 5,7% der Zentralbank und 70,4% der privaten Wirtschaft, heißt es laut der Zentralbank.

Der Staat steigt bei Turkcell ein, weil Telia aussteigt.

Turkcell ist der größte GSM Provider der Türkei. Es war kein Geheimnis, dass die schwedische Telia, Anteilseigner von Turkcell, die Türkei verlassen wollte. Wie man darauf aus war, zeigt der Kaufpreis, der nur die Hälfte des eigentlichen Wertes ausmacht. Die Staatsfonds der Türkei zahlten für 47% der Anteile 530 Millionen USD. Jetzt sollte man aber nicht denken, dass Telia an der Turkcell nicht gut verdient hätte. Auf deren Website heißt es: „[…] Mit dieser endgültigen Veräußerung der Anteile der Telia Company an Turkcell ,haben die Gesamtinvestitionen in Turkcell in Höhe von ca. 13 Mrd. SEK in den letzten 20 Jahren zu Dividenden und Netto-Veräußerungserlösen von ca. 28 Mrd. SEK nach Steuern geführt. Seit 2002 haben wir einen Nettoerlös von ca. 15 Mrd. SEK erhalten, dh eine Rendite von nahezu 5 Prozent pro Jahr. […]“

Da der Miteigner Cukurova-Holding hohe Schulden hat, sind deren Anteile an der Turkcell, bis zu einer Höhe von 1,6 Mrd. USD als Sicherheit bei der staatl. Ziraat Bank fest. So gesehen, hat der Staat das Sagen über die Turkcell.

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