„Der Dollar ist unsere Währung, aber Euer Problem!“

Der Spruch „It’s our currency, but it’s your problem.“ ist aus der Zeit von Richard Nixon und stammt von Schatzamtsminister John Connally. Den Spruch hat er losgelassen, als er 1971 von einem australischen Journalisten in Zusammenhang mit den Dollar gefragt wurde. Klingt hart, ist aber korrekt. Wer weiß das besser als die Türkei, damals wie heute, hat der Ausspruch seine Gültigkeit bewahrt.

Wenn auch nicht offiziell, so ist der US Dollar (USD) eine Weltwährung. Die USA machen 10% des Welthandels und 15% des BIP’s aus, nur das Gewicht des USD liegt weit über diesen Quoten. 89 Länder der Erde sind mit ihren Währungen daran gekoppelt. Sieben davon verwenden ihn sogar als Landeswährung.

Die türkische Zentralbank hält 60% ihrer Reserven in USD, 40% der Schulden sind auf USD-Basis und bei Devisengeschäften macht der USD fast 90% aus.

Bretton Woods, das Mount Washington Hotel, 1905 erbaut. Bretton Woods ist der südöstlichste Bezirk der Stadt Carroll im Bundesstaat New Hampshire, USA. Carroll hatte im Jahre 2010 763 Einwohner und eine Fläche von 130 km².

Die Vorherrschaft des USD fängt eigentlich mit Bretton Woods, einem kleinen Ort in den USA an. Als Bretton-Woods-System (1949) wird die nach dem Zweiten Weltkrieg neu geschaffene internationale Währungsordnung mit Wechselkursbandbreiten bezeichnet, die vom US-Dollar als Ankerwährung bestimmt war.

An Connally muss man sich 49 Jahre später zwangsläufig erinnern, denn zu COVID-19 Zeiten kämpfen viele Länder bei Importen, sowie bei Darlehensrückzahlungen mit dem USD. Die Türkei ist eines dieser Länder.

Da sind noch die Swaps, mittels derer sich die Länder/Banken neue Mittel verschaffen. Ein Swap bezeichnet in der Wirtschaft ein Austausch von Zahlungsströmen. Im Falle des Forex Handels ist das ein sogenannter Devisenswap. Die Vertragsparteien vereinbaren den Tausch zweier Währungen in einem Währungspaar zum heutigen Kurs und den Rücktausch in der Zukunft. Der Swap Handel flößt Vertrauen ein, dass in dem betreffenden Land die Devisen nie zur Neige gehen werden. So wird es verstanden.

Dabei wissen wir, dass es eine politische Entscheidung ist. Die Länder entscheiden, wer mitmachen darf. Derzeit dürfen 14 Länder mit den USA dieses Instrument der Geldbeschaffung benutzen, aber die Türkei nicht. Folglich muss die Türkei nun mit den übrigen G20 Staaten verhandeln und versuchen zu frischen Devisen zu kommen. Deutschland, China, Japan, England und Russland, wer mitmachen möchte, bitte vortreten! So kann der Handel zwischen der Türkei und diesen Ländern weiter funktionieren. Die Swap-Lösung ist eine kurzfristige und vorläufige Lösung und dient nicht der Lösung des Gesamtproblems.

Wie funktionieren Swaps? Will sich ein Unternehmen in der Zukunft vom Risiko steigender Zinsen auf Kredite befreien, so tauscht es den, auf den Kredit anfallenden, variablen durch einen festen Zinssatz aus. Das geschieht mit Hilfe des Swaps nach der eigentlichen Kreditaufnahme.

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