Türkei: Die Polizei, dein Freund, Feind und Spender (notgedrungen)

Die Polizei in der Türkei steht, wie woanders auch, für Recht und Ordnung. In manchen Fällen unterscheiden sich die Aufgaben dennoch. Sie müssen im Sinne des Alleinherrschers auch in der Lage sein, dafür zu sorgen, wie z.B. das in der Verfassung manifestierte Demonstrationsrecht des Bürgers mit Gewalt zu unterbinden. Knüppeln, Pfeffergas einsetzen etc. gehören zum Repertoire eines jeden türkischen Polizisten.

Jetzt kommt eine neue Funktion hinzu. Sie werden zum Spender. Nein, keine Blut- oder Samenspende, sie sollen, ja sie müssen, Geld spenden.

Heute in den Morgennachrichten behauptete der Journalist Portakal im FOX TV, dass die Polizisten in der Türkei einen gewissen Betrag von ihrem Gehalt für die Aktion des Präsidenten “Wir genügen uns!” zu spenden. Zur Erklärung: Da der Staat nicht im Stande ist den eigenen Bürgern zu Zeiten der Corona-Krise selber ausreichend finanziell unter die Arme zu greifen, sollen das die Bürger, die besser situiert sind, dieses tun. “Eine Spende ist etwas freiwilliges”, hast du gedacht? Falsch gedacht! In der Türkei kannst du zum Spendieren gezwungen werden.

Der Innenminister Soylu bestätigte, dass den Polizisten ein gewisser Betrag als Spende von ihren Löhnen abgezogen werden würde.

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Auch Unternehmen, die nicht weiter wissen, wie sie ihre Mitarbeiter halten können, haben gespendet, um so Pluspunkte beim Präsidenten zu sammeln, in der Hoffnung, aus dem großen Topf der Regierung etwas zu bekommen.

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