Coronavirus Maßnahmen in der Türkei: Die Straßentiere wurden nicht vergessen.

Mit den Menschen zusammen vervollständigen sie das Straßenbild der Türkei. Gemeint sind die Straßenhunde und -Katzen der Türkei. Es gibt Stadtteile, wo sie besonders beliebt sind. Dort werden sie gehegt und gepflegt. In so einer Gegend in Istanbul habe ich gelebt. Im Stadtteil Moda gab es eine Armee von Tierliebhabern, die auch ohne die Corona-Krise mit Handschuhen und Atemschutzmasken ausgestattet, die Hunde und Katzen fütterten. Schon damals konnte man sehen, dass gewisse Organisationen in der Türkei einfach nicht funktionierten. Jeder der Helfer und Helferinnen kochte, im wahrsten Sinne des Wortes, ihre eigene Suppe. Gegen 9 Uhr Morgens waren die Tiere dermaßen voll verfressen, dass sie nicht mehr konnten. Dennoch konnte man um 10 Uhr noch SpätaufsteherInnen sehen, die sich auf die Runde machten die Tiere zu füttern. Dass, was sie hier und da an Essbarem hinstellten, wurde entweder von den Raben und Möwen weg gefressen, oder von Ratten & Co., jedenfalls verfaulte nichts, in der glühenden Hitze des Sommers.

Die Zahl der Straßenhunde und -Katzen wird unterschiedlich geschätzt. Ich entdeckte eine Zahlenangabe vom Veterinäramt Adana, die die Zahlen der Straßentiere in der Türkei auf 8 Millionen schätzt. Passt deshalb gut, weil man auch Schätzungen von 6 bis 10 Millionen ebenfalls entdecken kann.

Das Innenministerium der Türkei hat zu Zeiten der Coronavirus-Maßnahmen, zusätzlich zu den Menschen +65 Jahre, -20 Jahre (Ausgangsverbot), auch an die Straßentiere gedacht und beschlossen, dass diese an bestimmten Punkten gefüttert werden sollen und sollte es nötig werden, sollen die Gegenden, wo diese sich aufhalten, auch die Tierschutzheime, desinfiziert werden. Die Gouverneure (Vali) und Landräte (Kaymakam) sind angewiesen, dafür Sorge zu tragen, dass die Straßentiere, wo die Menschenflüsse auf den Straßen nicht existieren (sollten), nicht verhungern.

Oftmals sind die Straßenhunde geimpft in den Großstädten und am Ohr mit einem Clips markiert. Im Stadtteil Moda war es ein rotes Pickup, worin die Hundefänger saßen, die die Hunde einfingen und zum Veterinär zum Impfen brachten. Keine Ahnung wie das möglich war, aber sogar ganz junge Hunde, die diesem Fahrzeug noch nie begegnet waren, registrierten das Fahrzeug aus Hunderten von Metern und fingen an wegzulaufen.

Gerade habe ich den Beitrag veröffentlicht, schon bekomme ich Anrufe von Freunden, die schon seit Jahren für Tierschutz in der Türkei stehen: “Das kannst du nicht bringen, dann bekommen wir keine Spenden mehr, denn die Lage ist sehr ernst!” Wie ernst die Lage ist, erfuhr ich durch Videos und Fotos der HelferInnen aus der Türkei. In einigen Tierheimen zerfleischen sich die Tiere gegenseitig, weil die Aufseher weg sind und auch keine finanzielle Unterstützung mehr da ist.

Das ist die Kehrseite der Medaille!

Für Spenden:

Tierhilfe Türkei / Streunerhilfe Aschaffenburg e.V.
Postbank
IBAN: DE35 4401 0046 0229 6074 66
BIC: PBNKDEFF
oder
per PayPal an:
paypal@tierhilfe-tuerkei.com

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