Türkei: Private Krankenhäuser und Kliniken mit 80% Umsatzrückgang – Mai-Gehälter der Belegschaft in Gefahr

Die Belegschaften der Privatkliniken in der Türkei bangen um ihre Mai-Gehälter, hört man. Der Trend der letzten Zeit in der Türkei ist, dass die staatlichen Krankenhäuser Schritt für Schritt Platz machen, für die Privatkliniken- und Krankenhäuser. Laut aktuellen Zahlen von Türkstat (TÜIK) aus dem Jahre 2019, gibt es in der Türkei 231.000 Krankenhausbetten. 140.000 davon sind in staatlichen Krankenhäusern, 42.000 in Universitätskliniken und ca. 50.000 in privaten Krankenhäusern. Geht man von 80 Mio. Bevölkerung aus, macht das ein Bett für 347 Personen. In Deutschland gab es nach den Zahlen von 2017 (Statista.de) 497.000 Krankenhausbetten.

400 der privaten türkischen Krankenhäuser machen bei der COVID-19 Bekämpfung bzw. Behandlung mit. Betroffen sind aber nicht nur diese Kliniken, denn wie in Deutschland auch, werden kaum mehr Operationen und sonstige Behandlungen durchgeführt, die nicht gerade als dringend notwendig betrachtet werden. In vielen Krankenhäusern soll, bis auf die Pandemiepatientenbehandlung, gähnende Leere herrschen. Der Umsatzrückgang soll über 80% und mehr betragen.

280.000 Beschäftige der Privatkrankenhäuser fürchten um die Mai-Gehälter, ist zu hören.

Die privaten Krankenhäuser wollen staatliche Hilfen und keine Kredite, heißt es. Auch verlangen sie, dass der Staat die sozialen Abgaben übernimmt. Leicht möglich, dass sie Gehör finden könnten, wenn denn Geld da wäre. Die meisten privaten Krankenhäuser gehören wenigen Unternehmern, die allesamt der AKP nahestehen und die die  bestehenden Krankenhäuser, leines  nach dem anderen aufkaufen bzw. bei den Privatisierungen immer die Zuschläge bekommen. Da ich viele dieser türkischen Krankenhausgruppen mit deutschen und Schweizer Partnern zusammengebracht habe, basiert die Feststellung, dass sie mit ganz wenigen Ausnahmen AKP nahe sind, auf eigenen Erfahrungen.

Ziel ist, mit der Zeit alle staatlichen Krankenhäuser zu privatisieren. Diese würden dann, wie derzeit auch (zumeist gegen Zuzahlung) Kassenpatienten behandeln. Denn der Staat zahlt immer.

 

 

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