Türkei: Die Tourismusindustrie hält die Luft an!

Nicht leicht dieser Tage über irgendetwas zu berichten, ohne unter Beschuss zu geraten. Immer gibt es die andere Seite, die sogar das Böse und Schlechte gut finden und verteidigen.

Erdogan steht wieder einmal im Mittelpunkt des Geschehens.

Die letzte offizielle Verlautbarung des türkischen Außenministeriums lautet: „Wie halten uns an die Vereinbarungen mit dem EU.“ Das war stand 28. 02. 2020. Am 30. Februar dann der Paukenschlag durch Erdogan dem Prächtigen: „Wir haben unsere Grenzen nach Europa für die Flüchtling geöffnet!“ Ich glaube, dass Europa, in dem Fall kann man das Wort ausschreiben, wieder einmal die Arschkarte gezogen hat.

Auf die Frage: „Was sucht die Türkei in Syrien?“ gibt es, auch seitens des Prächtigen keine Antwort, dennoch steht die EU gezwungenermaßen hinter Erdogan. Der Prächtige sagte zuerst, man müsse die Grenzsicherheit der Türkei garantieren. Wer hat denn die türkischen Grenzen jemals angegriffen?

Im Lande verkauft er seinen Einmarsch in Syrien als den Nationalen Befreiungskrieg. Befreiung von wem? Also fällt ihm so recht keine Grund ein, warum er in Syrien einmarschiert ist.

Was lernen wir daraus?

Genau das Gegenteil davon, was ich meinem Sohn beibringe, nämlich: Die Bösen gewinnen immer! In der nächsten Stufe wird der Herr noch mehr Geld für die Flüchtlinge bekommen, die er im Lande behalten soll. Fast wünsche ich mir, dass der Deal scheitert und Europa endlich den Tatsachen ins Gesicht schaut.

Erdogan wird derzeit angezählt, auch wenn man lange zählen muss.

Er ist auf dem absteigenden Ast, definitiv. Ab jetzt wird für ihn und für die Türkei und alle, die das tangiert, keine Normalität mehr geben. Normalität würde bedeuten, dass die Menschen in der Türkei auf einmal spüren, wie schlecht es ihnen geht. Über die Hälfte der Menschen leben unter der Armutsgrenze. Nur, es bleibt keine Zeit, das Leid zu spüren. Man ist mit Syrien, mit den toten türkischen Soldaten und neuerdings mit den Flüchtlingen beschäftigt, die man weghaben möchte.

Die Wirtschaft hat man aufgegeben.

Die türkische Lira verliert immer weiter an Wert. Die Schmerzen spüren die Unternehmer, die sich in Devisen verschuldet haben. Da fast alle Produkte einen Importanteil an Rohstoffen, Energie, Maschinen und Komponenten haben, steigen die Lebenshaltungskosten weiter an.

Die Tourismusindustrie hält die Luft an.

Die türkischen Hotels für die neue Urlaubssaison sind überbucht, heißt es von der Hotellerie. Ich hoffe, dass die Tourismusindustrie in den Genuss kommen kann, wenn so viel unvorhergesehenes passiert.

In Kahramanmaras haben die Grauen Wölfe syrische Geschäfte angegriffen, heißt es. Das passierte schon 2015, als in Alanya die Geschäfte von Kurden in Brand gesteckt wurden. Die Gefahr, dass das woanders auch passiert ist nicht gering. Wenn das einmal an einem der Urlaubsgebiete passiert, kann man die Saison komplett abschreiben. Wollen wir hoffen, dass die Situation nicht eskaliert. Auf der anderen Seite, wie soll sich Erdogan an der Macht halten, wenn nicht noch schlimmere Dinge passieren? Warten wir der Dinge ab, was jetzt noch auf uns zukommen wird.

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