Die Stadt Gaziantep 500.000 Migranten und Coronavirus im Nacken

Immer wenn ich mit den türkischen Exporteuren zusammenkam und fragte, wohin sie hauptsächlich exportieren, nannten sie die östlichen Nachbarn. Wenn ich euch eine Zahl nenne, werdet ihr nicht schlecht staunen. 1990 machten die Exporte in den Irak, 75% der Gesamtexporte der Türkei aus. Dank Saddam Hussein. In den 70er Jahren, vor der Revolution in Iran, war das Land ähnlich wichtig für die türkischen Exporte, Dank Schah Reza Pahlawi. Merkt ihr was? Immer wenn man auf die Diktatoren setzt, verliert man. Diktatoren hin und her, besonders die Ost-anatolischen Unternehmen sind auf den Handel mit den Nachbarländern angewiesen. Legal oder illegal, der Handel muss rollen. Heute erfahre ich vom Südost-Anatolischen Vereinigung der Exporteure von Getreide, Hülsenfrüchten, Ölsaaten und Produkten, dass 4.000 vollbeladene LKW’s auf der türkischen Seite und 7.000 auf der irakischen Seite an der Grenze warten.

Nach China gibt es in Iran die meisten Coronavirus Toten.

Dennoch exportiert Iran nach Irak weiter, nur 450 türkische LKW‘s, lassen die nicht weiterfahren, sagt die o.g. Vereinigung, die ihre Zentrale in der Stadt Gaziantep haben, nur 30-40 km von der syrischen Grenze entfernt.

In den letzten Jahren sind 500.000 Flüchtlinge in Gaziantep heimisch geworden. Mit ihnen zusammen hatte die Stadt 2.069.364 (2019) Einwohner. Die Stadt bekam schon 1990 eine Ohrfeige und erfuhr, was es bedeutet, wenn man von einem einzigen Markt bzw. Land abhängig ist, was die Exporte angeht. Heute soll Gaziantep in 180 Länder exportieren. Der Anteil von Irak beträgt aber immer noch 35%.  

Zum Geld kassieren nach Afrika

Der Oberbürgermeister sagte mal zuletzt, dass sie mit einem Strick um den Hals rumlaufen würden, die Unternehmer aus seiner Stadt. Dabei bezog er sich auf die afrikanischen Exportmärkte, die nicht einmal Akkreditive eröffnen könnten und den türkischen Unternehmen große Risiken aufbürden würden. Um die Beträge in bar kassieren zu können, würden die Unternehmer nach Afrika fliegen und dort 1-2 Wochen hinter den Kunden herlaufen. Mit den Exporterlösen in bar über die Grenze zu kommen, wäre dann das nächste Hindernis. In der Stadt würden 22 Unternehmer wegen Devisenvergehen vor Gericht stehen. Diese sollen in einer Nacht und Nebel Aktion in einer Nacht verhaftet worden sein, sagte der Oberbürgermeister. Der o.g. Verband bestätigt, dass 8.000 Unternehmern aus Gaziantep, Verfahren wegen Devisenvergehen anhängig wären.

Fliegende Teppiche bekommt man in Gaziantep

Die Stadt ist nach China Welt größter Exporteur von handgewebten Teppichen. Jedes Jahr werden für 2,5 Milliarden USD werden Teppiche exportiert. Das sind 23% der Gesamtexporte von Gaziantep. 27% der Teppiche würden in die USA exportiert werden.

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