Dank Coronavirus in Fahrt – Die türk. Textil- und Keramikindustrie reiben sich die Hände.

In jeder Phase des Lebens, auch wenn die Situation allgemein für miserabel angesehen wird, gibt es dennoch Nutznießer. So auch in der türkischen Wirtschaft.

„Nichts ist spannender als die Wirtschaft“. Gerade merke ich, dass man so ein Slogan früher leichter aussprechen konnte. Heute würde sicher der Einwand kommen: „Das sind die Besten, die glauben, die Wirtschaft wäre alles!“ Schon kannst du loslegen und dich verteidigen versuchen. Schwamm drüber, ich habe es gesagt!

Alles ist teurer geworden

In der Türkei weiß man nichts Genaues, ob es tatsächlich nur einen Coronavirus Erkrankten gibt, oder mehr als man sich das vorstellen vermag. Die Zensur greift an allen Ecken. Fakt ist, auch in der Türkei haben die Hamsterkäufe angefangen, mit einem Unterschied. Merkt der Händler, oder der Hersteller, dass die Nachfrage nach seiner Ware steigt, steigen auch die Preise des Produktes. Oftmals schaffen die Zwischenhändler die Ware beiseite und horten. Allmählich wird die Ware mit immer steigenden Preisen auf den Markt geschmissen. Das hat Tradition in der Türkei und die meisten Händler sind erfahren darin, noch aus den Zeiten, wo die Inflationsrate zwar zweistellig wie jetzt auch, aber viel höher war.

Allein die Situation an der griechisch-türkischen Grenze

Afghanen, Iraner, Syrer, die Richtung Grenze sich bewegen, legen die Strecke auch, so hört man aus der Gegend, mit Pferdewagen zurück, die von den Bauern als Shuttle angeboten werden. Dafür kassieren sie gewisse Beträge, Einnahmen, die sie nie gehabt hätten, wenn es diese Krise nicht gäbe.

Auch an Coronavirus wird gut verdient

Des einen Leid ist immer wieder des anderen Freud. Während einige das Virus verfluchen und um das wirtschaftliche Überleben kämpfen, reiben sich die anderen die Hände und können ihr Glück nicht fassen.

Des Chinesen, Iraners und Italieners Leid ist des Türken Freud

Die Türkei macht derzeit Verrenkungen, damit die Tourismusindustrie keinen Schaden von dem Virus nimmt. Wenn die Türkei es alleine in der Hand hätte, würden man irgendwie die an Coronavirus Erkrankten verschweigen und den Sommer noch mitnehmen.

Die Textil- und Keramikindustrie mit vollen Auftragsbüchern

Die Textilindustrie soll in den letzten Tagen richtig Fahrt aufgenommen haben. Auch wenn etwas teurer als China, so ist die Türkei, was die Kurzfristigkeit und die Flexibilität der Hersteller angeht, sowieso die Nr. 1.

Auch von der Keramikindustrie hört man, dass es zu Lieferengpässen kommt. Einige, die ihre Fabriken, oder Produktbänder geschlossen hatten, sind zurückgekehrt und haben die Arbeit aufgenommen, wird berichtet.

Von dieser Situation profitiert natürlich auch die Logistikindustrie. Dass die Maskenhersteller auf 100% arbeiten, versteht sich von selbst. Als Positivum kommen die fallenden Erdölpreise hinzu.

Die, die vom Coronavirus profitieren, sollten daran arbeiten, dass der jetzige Erfolg keine Momentaufnahme bleibt.

Parallel ist die Türkische Lira immer weniger wert

Der Alleinherrscher und seine ministeriale Folkloregruppe schauen zu, dass sich die Wirtschaft irgendwie von alleine reguliert. Die Syrienkrise, die Lage an der griechisch-türkischen Grenze, das schlechte Verhältnis mit der EU und der NATO, die Wirtschaftskrise, die nunmehr Jahre andauert und darüber nicht berichtet werden darf, setzten die Türkische Lira massiv unter Druck. Jetzt kommen noch das Coronavirus und die allgemein stagnierende Lage der Weltkonjunktur hinzu.

Das Land wird nicht regiert, sondern nur verwaltet, und wie!

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