“Ölme eşeğim ölme!” = “Stirb nicht mein Esel, stirb nicht!”

Das sagt man im Türkischen und meint, dass man hoffnungslos auf etwas wartet, was geschehen soll, aber nicht geschehen kann. “Don’t die my donkey, don’t die!” in Englisch. 🙂

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz soll die Einwanderung qualifizierter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Drittstaaten erleichtern. Das Gesetz tritt am 1. März 2020 in Kraft.

Um wie vieles einfacher ist die Einwanderung der Fachkräfte geworden?

Es ist von der Stufe “Unmöglich” bis “Sehr, sehr, sehr schwer möglich!” auf “Schwer möglich” verbessert worden. 25.000 Fachkräfte sollen so ins Land gelockt werden. Utopia lässt grüßen!

Dennoch, eine Armee von Vermittlern sind z.B. in Richtung Türkei aktiv geworden. Zuerst müssen die Berufsabschlüsse, Diplome usw. auf Gleichstellung geprüft werden. Sind diese mit den deutschen Abschlüssen konform? Nein, eher nicht! Wären sie aber konform, muss der Kandidat bzw. die Kandidatin nur noch Deutsch können. Eigentlich kann er/sie gleich zuhause bleiben.

Gestern noch sehe ich im deutschen Fernsehen ein Bericht, wie eine Lackiererei einen Auftrag von 400.000 Euro sausen lassen muss, weil 4 Arbeitskräfte fehlen. Das ist ein gutes Beispiel, denn ich könnte ihm die fehlenden Kräfte sofort vermitteln. Jeder von denen hat 7 bis 10 Jahre Lackiererei auf dem Buckel und sie sind allesamt Top in ihrem Beruf. Weder können sie Deutsch, noch haben sie einen Berufsabschluss.

Wie wäre der richtige Weg?

Wenn diese vier irgendwie nach Deutschland kommen könnten, ohne Geld in der Tasche versteht sich und ohne Deutschkenntnisse, würden sie dennoch garantiert eingestellt werden. Einen Tag zur Probe arbeiten lassen und der Arbeitgeber wüsste sofort: Das sind die richtigen! Den 400.000 Euro Auftrag könnte die o.g. Firma sofort annehmen. Die vier wären zum Start für eine gewisse Zeit bereit in einem gemeinsamen Schlafraum oder WG zu leben. Der Arbeitgeber würde diese direkt für einen Deutschkurs anmelden, außerhalb der Arbeitszeit versteht sich. Für den Job brauchen sie zum Start bestimmt keine Deutschkenntnisse, denn mit Handzeichen, würden sich die Lackierer untereinander bestimmt verstehen, denn es sind die identischen Handgriffe, wie überall auf der Welt. Problem gelöst. Der nächste bitte!

So wird das nichts!

Deutschland verliert das Rennen um die fehlenden Arbeitskräfte garantiert. So kann es nicht funktionieren. Da man jetzt per Gesetz von “Unmöglich” auf “Sehr schwer möglich” umgestellt hat, denkt man, die Arbeitskräfte würden in Scharen nach Deutschland kommen. Fehlanzeige!

Ich denke in 3-4 Jahren wird man das Gesetz abermals neu formulieren, aber immer noch nicht das erreichen, was man vorhat. In der Zeit werden Deutschland noch mehr ArbeiterInnen fehlen und Deutschland wird es schwer haben “Made in Germany” zu liefern.

“Ölme eşeğim ölme!” = “Stirb nicht mein Esel, stirb nicht!”

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