In 2015 gab es nur 8 türk. Unternehmen in Montenegro. Wie viele sind es heute?

Wenn das so weitergeht, wird es in Montenegro bald eine zweite Türkei geben. Die Republik an der südöstlichen Adriaküste in Südosteuropa zieht die türkischen Unternehmer wie ein Magnet an. Details kamen zutage, als ich von dem Verein der Türkischen Geschäftsleute Montenegro erfuhr. Der Vorstand des Vereins, Herr Ismail Oguz Güvenc, nannte unglaublich Zahlen, was die Aktivitäten der türkischen Unternehmer in Montenegro betrifft.

Eigentlich ist unschwer zu vermuten, warum Montenegro auf einmal so populär wurde bei den Türken. Das Land hat von 33 Auflagen, die die EU Montenegro auferlegte, schon 32 abgehakt. So hoffen viele türkische Unternehmer, die über die Unternehmensgründungen dort ein Standbein haben, sich frei und ohne Visum in der EU bewegen zu können. Dann natürlich als Bürger von Montenegro. Die Hoffnung hatte man früher auch in Zypern gehegt, als man hoffte, dass Zypern, auch die Türkische Republik Nord-Zypern, im Paket mit dem griechischen Zypern mit in die EU aufgenommen wird. Einige Tausend Türken sollen so auch die Staatsbürgerschaft des türkischen Teils angenommen haben.

Montenegro soll 2024 ein vollwertiges EU-Mitglied werden. Die Republik hat 620.000 Einwohner und ist minimal größer als Thüringen (derzeit populär). Die Landeswährung ist bereits Euro.

Die Infrastruktur des Landes wird von den schlauen Chinesen aufgebaut. Sie verfolgen auch nur das eine Ziel wie die Türken, dass sie über das Land leichter in den europäischen Markt gelangen. Das Land hatte in 2019 2,5 Millionen Touristen. Das Vierfache der Bevölkerungszahl. So sind viele türkische Unternehmen auch mit Tourismus befasst. Danach kommen, laut Herrn Güvenc von dem Verein der türkischen Unternehmer in Montenegro, die Branchen: Immobilien und Bau, Beratung, Einzelhandel und Textil.

2015 gab es in Montenegro nur 8 türkische Unternehmen

Jetzt kommt die Mutter aller Zahlen zum Staunen: Zum Ende 2019 gab es 4.000 türkische Unternehmen in Montenegro. 50% davon sind wegen Tourismus im Lande, 40% zum Bauen und 10% betreiben Gastronomie und sonstige Einzelhandelsläden. Offiziell sollen die türkischen Unternehmer 500 Millionen Euro investiert haben, das klingt nicht viel bei viertausend Unternehmen, aber wenn man weiß, dass bei den türkischen Unternehmern vieles inoffiziell läuft, so dürfte dieser Betrag um ein Vielfaches höher liegen.

Was passiert, wenn die großen Bauunternehmen der Türkei bauen?

Die Antwort ist: Alles Grüne kommt weg und Beton gewinnt. Laut Güvenc kaufen die Türken im Jahr 1.000 Immobilien in Montenegro. Die Türken sind somit Investoren und Konsumenten zugleich im Land. Die großen Bauunternehmen aus der Türkei sind hier fast alle vertreten. Sie kaufen Land, entwickeln Projekte und verkaufen diese an Türken und andere Ausländer. Nach Adam Riese wird Montenegro in einigen Jahren nicht mehr wieder zu erkennen sein. Garantiert!

Die türkische Ziraat Bank ist dort mittlerweile mit drei Filialen vertreten.

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