Er fährt gerne mit der Straßenbahn. Die haben auch keinen Rückwärtsgang, so wie er.

Emrah Erken ist Rechtsanwalt. Er lebt und arbeitet in der Schweiz. Er erdachte und gründete vor knapp zwei Jahren die Facebook Gruppe “Before Sharia Spoiled Everything” (deutsch: „Bevor die Scharia alles verdarb”). “Es ist ein Ausflug in Bildern, in die Welt des Nahen Ostens, wie sie vor der iranischen Revolution, türkischer AKP-Herrschaft und russischem Einmarsch in Afghanistan in diesen Ländern Alltag war. Dieser Alltag war muslimisch und trotzdem säkular. Das Straßenbild in Ankara, Teheran, Bagdad oder Kabul beherrschten kurze Röcke, Schlaghosen oder elegante Hüte wie in Stockholm, Paris oder auch Hamburg.”

In einer Facebook-Gruppe wollte ich mir die Arbeit ersparen und zitierte Emrah. Die Kritik ließ nicht lange auf sich warten. Hier unser kurzer Talk:

ARD: Emrah (Erken), wir sind schon lange befreundet und eigentlich deshalb so lange, weil ich das geschickt anstelle. Der Trick ist einfach, ich stelle mich dir mit meiner Meinung nicht in den Weg, zumal ich weiß, dass du deine Leitplanken Marke „Erken“ hast und so ziemlich straight and inflexible bist. Ich mag an dir, dass dir das bewusst ist und du zugibst, so zu sein. Gerade hatte ich dich in einer FB Gruppe, in Zusammenhang mit Kübra Gümüsay zitiert und schon kam der Einwand (s.u.). Bevor ich deine Stellungnahme zu diesem Kommentar abrufe, halte ich noch fest, dass ich zumeist mit dir einer Meinung bin, doch drücke ich mich anders aus. Der Unterschied ist, dass ich auf Harmonie aus bin. Das Ende ist bei mir ein friedvolles. Auch wenn ich mich im Recht fühle, gehe ich den Schritt zurück und lasse mein gegenüber sich gut fühlen, in der Hoffnung, dass ich ihn nachdenklich gestimmt habe. Mir ist klar, dass dein Weg effektiver und zielgerichteter ist, denn deine Diskussionspartner kommen definitiv ins Grübeln, zumindest haben sie danach unruhige Minuten bzw. Zeiten, wo sie Puls am Anschlag haben. So hier der Kommentar, nachdem ich dich vorher zu Gümüsay zitiert hatte:

„Emrah Erken zensiert, blockiert kritische Stimmen und es geht ihm vor allem darum, seine ihm ergebene Anhängerschaft zu bestätigen. Islamwissenschaftler und differenzierte Auseinandersetzung mit dem (politischen/türkeigeprägten) Islam taugen für ihn nichts, außer er findet seine hasserfüllten Thesen bestätigt.

Selbstreflexion und Kritikfähigkeit sind bei solch dogmatischen Menschen wie Erken quasi nicht vorhanden.

Ein Beispiel: als ich ihn wegen eines Beitrags auf seiner Facebookseite sachlich kritisierte, hat er mich sofort geblockt. Damals ging ein Foto von Mevlüde Genç herum, auf dem sie die Anzahl ihrer beim Solinger Brandanschlag getöteten Familienmitglieder mit den Fingern zeigte.

Erken hat ihr damals, wider besseren Wissens unterstellt, die R4bia-Hand der Muslimbrüder zu zeigen.

Was natürlich nicht heißt, dass er in seiner polemischen Art rein inhaltlich oft richtig liegt, wie z. B. im hier zitierten Beitrag zu Milli Görüş, in dem längst bekannte Fakten aufgelistet werden.

Allein sein narzisstischer hetzerischer Umgang mit dem Thema disqualifizieren ihn als ernst zu nehmenden Islamkritiker. Vielmehr schadet er einer weiterführenden Entwicklung, da sich sein Verhalten kaum von dem der Islamisten unterscheidet. Oder von hasserfüllten AFD‘lern oder Türken die den Völkermord an den Armeniern leugnen.

Menschen wie Gümüşay lachen sich ob solcher Leute wie Erken ins Fäustchen, da sie sich in ihrer Opferrolle bestätigt sehen.

Im Übrigen haben auch andere, hier sicherlich als integer angesehene Personen wie z. B. Herr Daimagüler keine Berührungsängste zu Milli Görüş und treten auf deren Veranstaltungen auf. Das rechtfertigt Gümüşays Nähe zu den Islamisten nicht, zeigt nur, dass das Problem etwas breiter gestreut ist.“

ARD: So, jetzt hast du das Feld!

Emrah: Es trifft zu, dass ich auf keine differenzierte Auseinandersetzung mit türkischen Islamisten aus bin. Sie sind der erklärte politische Feind und ich wehre mich gegen jede Aktivität aber auch Präsenz von Islamisten in Europa. Islamisten haben in Europa rein gar nichts verloren. Ich will diesen Mist nicht auch hier haben, nachdem meine alte Heimat damit verseucht ist. Es gibt für mich hier kein „Ja aber“.

Die überwiegende Mehrheit der Islamwissenschaftler sind Islamapologeten und sind nicht nur nicht islamkritisch, sondern das pure Gegenteil davon. Ich mochte den Islam nie und hätte nichts gegen eine Welt, in der diese totalitäre Irrlehre nicht existieren würde. Der Islam ist freiheitsfeindlich, demokratiefeindlich, frauenfeindlich, radikal schwulenfeindlich und ist ein Hindernis für alle Staaten, wo er sich breitmachen konnte, der jede gesellschaftliche und politische Entwicklung verhindert. Der Islam ist extrem pluralismusfeindlich, was zur Folge hat, dass selbst unter den Muslimen, die sich gegenseitig auch aus religiösen Gründen bekämpfen, kein Pluralismus herrscht.

Mevlüde Genç unterstützt offen die AKP-Diktatur, ist eine Erdogan-Anhängerin und sieht auch so aus. Sie hat – wie wir wissen – Binali Yildirim (Erkl. ehemaliger Ministerpräsident der Türkei) empfangen und bei diesem Anlass auch mit Erdogan telefoniert.

Das Foto, auf das sich diese Person oben bezieht, sah tatsächlich so aus wie ein R4bia-Zeichen. Ich habe das Foto, nachdem Einwände kamen, gelöscht, weil ich nicht mehr mit 100% Sicherheit sagen konnte, ob sie tatsächlich das R4bia-Zeichen gemacht hatte. Es war also nicht „wider besseres Wissen“.

Dies ändert nichts an meiner Überzeugung, dass Mevlüde Genç eine AKP- und Erdogan-Anhängerin ist. Mit solchen Leuten bin ich nicht solidarisch und habe auch nicht vor, „differenziert“ mit diesen umzugehen.

Was soll denn ein „hetzerischer Umgang“ mit dem Thema sein? Ich nehme mir kein Blatt vor den Mund und begründe meine jeweilige Haltung in meinem Blog recht ausführlich. Ich bin einfach nicht gemäßigt mit meiner Kritik, was diese Themen anbelangt, was wiederum andere offenbar gerne hätten.

Ich habe den Vorwurf, dass meine unversöhnliche und sehr kategorische Haltung gegen den Islamismus mich zu einer Person mache, die sich von Islamisten nicht unterscheide, auch schon gehört. Ich kann diesen Vorwurf, der meistens von Leuten stammt, welche den Islamismus verharmlosen, nicht wirklich ernstnehmen. Dass ich eine sehr kategorisch ablehnende Haltung gegenüber der Scharia und dem Islamismus habe, kann man bereits vom Namen meines Blogs entnehmen. (Erkl. sein Erfolgsblog heißt “Freiheit oder Scharia“). Eine versöhnliche Haltung werde ich auch in der Zukunft nicht einnehmen. Wenn jemand meine Haltung kritisiert, ist mir das herzlich egal.

Leute im Westen, die das tun, bekämpfe ich. Es sind in erster Linie Personen, die aus dem linken Parteienspektrum stammen, welche sich mit Muslimbrüdern verbrüdern, Mullah-Regime-Appeasement betreiben und sich mit den hiesigen Islamverbänden solidarisieren. Wer auf der Seite meiner Feinde steht, ist zumindest nicht mein Freund.

Mich mit AfD-lern oder mit türkischen Leugnern des armenischen Völkermordes zu vergleichen, ist an Lächerlichkeit kaum zu übertreffen. Ich bin kein Konservativer und wähle hier in der Schweiz nicht einmal die etwas gemäßigtere SVP. Neulich habe ich auf meiner Chronik bei Facebook klargemacht, wie ich politisch stehe.

Ich gehöre zu den wenigen Türkeistämmigen, der öffentlich und ohne Rücksicht auf irgendwelche Befindlichkeiten den Völkermord an den Armeniern anprangert. Wie viele von den Türkeistämmigen in Deutschland haben den Mut, diese Dinge offen auszusprechen? Wie viele kennst du, Ahmet?

go2tr.de: Die, die ich kenne, haben entweder Fake-Profile, oder haben schon mit der Türkei abgeschlossen.

Emrah: Das Beispiel vom Völkermord an den Armeniern ist ein schönes Beispiel, wie viele Türkeistämmige bestimmte Themen tabuisieren. Wenn sie nicht zu jenen gehören, welche den Völkermord an den Armeniern von Vornherein leugnen, wollen sie zumindest nicht darüber sprechen und wenn ja nicht öffentlich, weil das irgendwelche Befindlichkeiten stören könnte. Und genau darum geht’s: Meine Kritik nimmt keine Rücksicht auf irgendwelche Befindlichkeiten. Anders als du bin ich nicht auf Harmonie aus. Ich will Leute zum Nachdenken anregen. Und ich denke, dass mir das recht gut gelingt.

Ob Gümüsay sich wirklich ins Fäustchen lacht, darüber kann man streiten. Ich habe im Jahr 2017 durch meine Aktionen im Facebook ihren Auftritt vor der Bundeshausfraktion der Sozialdemokratischen Partei (Schweiz) verhindert. Ob sie damals wirklich gelacht hat…

Außerdem ist Kübra Gümüsay gegen Leute wie mich wehrlos. Den üblichen Rassismusvorwurf kann sie gegen einen „Horst oder Dagmar“ besser bringen als bei einem „Emrah“, erst recht, wenn ich Fakten auf den Tisch lege, die sie nicht bestreiten kann. Ich warte nur auf eine Strafanzeige von ihr, damit ich sie auch vor Gericht demontieren kann.

Ich würde niemals vor Milli Görüs auftreten und halte Daimagüler aufgrund seines Auftritts vor den Islamofaschisten nicht für integer. Hier sieht man, worum es dieser Person, die mich kritisiert, geht. Sie will lieber einen Daimagüler, der sich mit Islamisten solidarisiert und keinen wie mich, der diese bekämpft. Nun: Ich werde nie so sein wie Daimagüler und werde Islamisten weiterhin bekämpfen und alles tun, dass sie sich in Europa unwohl fühlen. Eine Organisation wie Milli Görüs hat in Europa keinerlei Daseinsberechtigung. Seit Jahren plädiere ich für dessen Verbot, Ausweisung der Mitglieder und Funktionäre, Beschlagnahme des Vermögens. Milli Görüs hat in unserer alten Heimat eine nationalislamistische Diktatur errichtet und ich soll mich gemäßigt zu diesen Leuten annähern? Dream on, Baby!

Zusammengefasst richtet sich diese Kritik gegen meine unversöhnliche und nicht gemäßigte Haltung gegenüber Islamisten und der Scharia. Es gibt Leute, die eine solche harte Haltung gegenüber anderen totalitären Ideologien haben. Ich habe eine unversöhnliche Haltung gegenüber allen totalitären Ideologien: Faschismus, Kommunismus und Islamismus / Scharia. Daran wird sich auch in der Zukunft nichts ändern.

ARD: Danke für die wieder einmal offenen Worte. Bis zum nächsten Mal. Glück Auf!

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