Was hat Anton Pawlowitsch Tschechow mit der Türkei zu tun?

Ein null vor dem Komma, wenn es um das Wirtschaftswachstum geht, kann eine Katastrophe bedeuten. Ein null am Ende bekam der Türkei zuletzt ganz gut. Die null am Ende des Jahres 2010. Das Wirtschaftswachstum betrug damals letztmalig 9,2% und fiel danach nur noch. Mit 2020 haben wir wieder die null am Ende. Die Regierung rechnet mit einem Wirtschaftswachstum von 5%, sogar die ausländischen Analysten gehen von 3% aus. Wenn das Inland das so sieht und das Ausland auch, möchte ich mal daran glauben. Nur eine Gruppe von Menschen, um die es eigentlich geht, sind davon nicht so überzeugt, nämlich die Investoren.

Fragt man einige Investoren, die z. B. 2010 in die Türkei investierten, sagen sie, dass die Türkei wieder eine Erfolgsstory braucht und zwar schon in diesem Jahr. Geht es auch ohne eine Erfolgsstory? „Doch, aber dann dürfte die Qualität des Wachstums nicht stimmen und die Wirtschaft wäre weiterhin dauerhaft brüchig“ sagen sie. Ein auf Konsum basierendes Wachstum von 5% bringt nichts und wäre nicht von Dauer.

Und was ist, wenn wir statt einer Geschichte mit Märchen aufwarten? Ginge auch aber, was wenn niemand daran glaubt? Wäre ein größeres Debakel.

Die Tragödie in der Türkei kann es in zwei Varianten geben:

  1. À la William Shakespeare – Am Ende viele Tote auf der Bühne
  2. À la Anton Pawlowitsch Tschechow – Die Menschen sind eher unglücklich, enttäuscht und melancholisch, aber am Leben.

Horche ich in die Wirtschaft hinein meine ich, die Menschen tendieren eher nach Tschechow. Sie sind unglücklich, melancholisch, aber am Leben.

Es gibt eine einzige Formel, die Wirtschaft in Fahrt zu bringen.

  1. Durch eine gerechte Justiz
  2. Diplomatie durch Profis und nicht wie bis jetzt durch böswillige Amateure, die der Türkei nur schaden wollen.

Wenn die Wirtschaft danach nicht zum Höhenflug ansetzt, möchte ich Adolf heißen.

Eine Warnung: 7,5 Millionen (registrierte) Arbeitslose suchen nach Arbeit. Das ist harte Realität und kein Märchen.

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