Türkei: Damenvolleyball, eine Sportart, oder ein soziopolitisches Ereignis?

Die Volleyballspielerinnen der Türkei sind allzeit zum Erfolg verdammt. Am Wochenende schafften die türkischen Mädels durch einen 3:0 Sieg über Deutschland die Qualifikation zur Teilnahme an den olympischen Spielen in Japan. Das Ergebnis kam insofern nicht überraschend, weil die türkischen Damen schon vor dem Spiel stärker eingeschätzt wurden als die Deutschen. Für den nicht interessierten sei gesagt, dass Volleyball der Damen in der Türkei immer auf einem ganz hohen Level sich abspielt und die Damen jederzeit International mithalten können. Wie man nach dem Spiel und dem großen Erfolg abermals feststellen konnte, ging es bei einigen Holzköpfen nicht um den Sieg, vielmehr regten sich einige über die engen Shorts der Spielerinnen auf. Schon konnte man spüren, würden die Mädels International nicht mehr ‘Top’ sein und so populär in der türkischen Öffentlichkeit, gäbe es den Damenvolleyball in der Türkei nicht mehr. Zu der Auffassung gelangt man zwangsläufig, wenn man die Aussagen einiger Regierungsmitglieder hört. Sie leiden förmlich darunter, dass die Frauen auf einmal im Rampenlicht stehen.

Nach der Qualifikation für die olympischen Spiele in Tokio

Dass Volleyball am Wochenende so im Fokus der türkischen Öffentlichkeit stand, haben wir der Tatsache zu verdanken, dass die höchste türkische Fußballliga die Süperlig Winterpause hat. So waren alle Sportjournalisten gezwungen Volleyball zu gucken und darüber zu berichten. Die Winterpause der Fußballer ist somit gut ausgefüllt. Volleyball ist dieser Tage in der Türkei keine Sportart mehr, sondern ein soziopolitisches Ereignis. Frauen, seid stark, ballt die Fäuste wie während und nach dem Spiel und zeigt es diesen Holzköpfen wo es langgeht! Viel Erfolg weiterhin.

Übrigens, die die sich über die knappe Sportkleidung aufregen sind die, die ihre Augen nicht vom Spiel bzw. Spielerinnen abwenden können und freuen, wenn das Spiel knapp ausgeht und folglich länger dauert als gedacht. Wetten?

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