Mein erster Auftraggeber und Erdogan waren sich in einem gleich

1987 ging ich in die Selbständigkeit und lief mehrere Monate nach dem ersten Beraterauftrag her. Dann auf einmal hatte ich den Aufhänger und machte mich interessant. Jetzt hatte ich den Zustand, dass potentielle Auftraggeber hinter mir her waren und ich unter denen mir einen aussuchen dürfte. Damals entschied ich mich für den einen Auftraggeber, weil sein Chauffeur 350 km vom Stadt Norden zum Köln/Bonner Flughafen fuhr, den Vorstand dort abholte, ihn 20 km weit nach Bergisch Gladbach zu mir ins Büro brachte, nach dem Treffen ihn wieder zum Flughafen fuhr, der Chef von dort aus nach Bremen zurück flog, dort von einem anderen Fahrer abgeholt wurde und der Chauffeur, der ihn zu mir ins Büro brachte, wieder die 350 km nach Norden zurückfuhr. Das alles erfuhr ich aus erster Quelle, denn als der Vorstand, weil zu früh zum Termin da, im Wald spazieren ging, hielt ich den Chauffeur für den Vorstand und führte einen Smalltalk mit ihm. Damals war ich von diesem Umstand so geblendet, dass ich mich für dieses Unternehmen entschied.

Dieser Vorstand war mein 18 Grad Vorstand. Er sagte mal, dass alle in seiner Gegenwart mit Anzug und Krawatte sein müssten und die Räume, wo er sich zu Geschäftsterminen aufhielt, auf 18 Grad temperiert sein müssten. Als ich den Auftrag erhielt fuhren wir mit ihm einmal (geschäftlich) durch Kappadokien und das bei über 40 Grad im Schatten, wo doch kein Schatten da war, im August in einem nicht klimatisierten Ford-Transit Bus der staatlichen türkischen Monopolgesellschaft für hochprozentige Alkoholika (TEKEL). Natürlich in voller Montur. Anzug, Krawatte usw. nur die 18 Grad hatten wir gleich dreifach.

Heute lese ich, dass Erdogan das Erdbebengebiet in der Stadt Elazig besucht hat. Er flog mit seinem Privatflugzeug dahin. Abgeholt wurde er von:

6 x GMC und Escalade

2 x Passat

19 x Mercedes S600

1 Hubschrauber

27 Fahrzeuge fuhren von Ankara nach Elazig hin und zurück 1514 Kilometer. Verschwendung pur!

Wenn der mal gegangen ist, wird die Türkei noch Jahre brauchen, sich von diesem Mann zu erholen.

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