Bei Exporten nach Afrika riskieren die türk. Unternehmen oftmals alles

Die türkischen Investoren haben in Marokko Investitionen von 1 Mrd. USD, war vom Forum der Türkisch-Marokkanischen Geschäftsleute zu hören. Die türkischen Unternehmen geben 8.000 Marokkanern Arbeit. Der Handel zwischen den beiden Ländern betrug im letzten Jahr 3 Mrd. USD, wobei die Türkei für 2,3 Mrd. USD nach Marokko exportierte. Die afrikanischen Länder sind im Visier der türkischen Regierung. So haben z.B. türkische Bauunternehmen Aufträge im Wert von 1,8 Mrd. USD aus Niegeria derzeit im Gepäck. Klingt gut, nicht wahr? Das Bild trügt, denn das sind Länder, wo man dem Geld hinterherlaufen muss und oftmals den türkischen Staat darum bitten muss zu intervenieren. Für die türkischen Unternehmer erscheinen die östlichen Nachbarn der Türkei und das afrikanische Kontinent geschäftlich leichter erreichbar zu sein als Europa, obwohl Europa der größte Handelspartner der Türkei ist. Ein Zahlungsausfall bedeutet für die meisten türkischen Exporteure, die in unsichere Länder exportieren, den Ruin, zumal die exportierten Produkte allesamt über den Preis verkauft werden und niedrige Gewinnmargen ausweisen. Ich habe noch letztes Jahr mit einem Unternehmen zu tun gehabt, die ein 800.000 EUR Export nach Libyen tätigten um 40.000 EUR zu verdienen. Die Zahlung blieb aus und das türkische Unternehmen gibt es auch fast nicht mehr. Muss nur noch abgewickelt und aufgelöst werden.

Ein schmerzvolles Beispiel lieferten die Geschäfte mit Ägypten. Die Beziehungen nach Ägypten kippten von heute auf morgen und gleich gingen an die einhundert türkische Unternehmen pleite.

Diese risikofreudigen türkischen Unternehmen sind allerdings das Sprungbrett für viele europäische Unternehmen in Märkte, die sie schwer bis überhaupt nicht bedienen könnten und würden, zu erreichen. Der türkische Unternehmer kauft, z.B. Maschinen und Anlagen aus Europa, bezahlt diese und verkauft auf eigenes Risiko in diese unsicheren Länder, mit schlechter Zahlungsmoral.

Natürlich ist leichter gesagt als getan, denn die o.g. Unternehmen zehren von der Hoffnung, dass alles gut geht, bei der Geschäftsabwicklung. Bei fast jedem Geschäftsvorgang riskieren diese Unternehmen so ziemlich alles. Ende offen! Inschallah wird alles gut gehen.

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