Die neue Droge türkischer Unternehmer: Fördergelder

Die türkischen Unternehmer, die unternehmerisch noch am Leben sind, können ohne Fördergelder nicht existieren. Die Regierung pumpt schon seit Jahren Gelder in die Wirtschaft, aber an der falschen Stelle, wie es scheint. Neue Arbeitsplätze möchte man schaffen. Mal muss der Arbeitgeber eine Zeit lang keine Sozialabgaben leisten, mal werden ihm die Schulden erlassen, gestreckt, umgeschuldet, der Staat liefert die Bürgschaften, damit er sich neu verschulden kann u.v.a.m.

Auch gibt es verstecke Subventionen.

Wenn das Unternehmen Kurzarbeit einführt und die MitarbeiterInnen halben Tag unbezahlten Urlaub bekommen, gibt es zum teilweisen Ausgleich Hilfen vom Staat. Warum? Damit neue Arbeitsplätze geschaffen und alte erhalten werden können. Was hat das alles genützt? Rein gar nichts! Die Arbeitslosenzahlen steigen auf Rekordhöhen. Ende nicht in Sicht!

Es reicht nicht, dass der Prächtige bei jedem Treffen mit den Unternehmern diesen das Versprechen abnimmt, mehr Leute einzustellen. MitarbeiterInnen stellt man ein, wenn diese gebraucht werden und nicht weil ein einzelner dieses verlangt bzw. verordnet.

Die ganzen Fördermittel und sonstige Vergünstigungen die die Unternehmer vom Staat bekommen, lösen sich in Luft auf. Die meisten Unternehmen, die in Schwierigkeiten sind, sind ein Fass ohne Boden. Ihre Verbindlichkeiten sind so hoch, dass man diese mit den derzeitigen Devisenkursschwankungen und dem vorherrschenden Stillstand auf dem Markt, nicht mehr managen kann.

Und die Lösung?

Es muss der Zustand geschaffen werden, dass sich die Investitionen wieder lohnen. Das geht nur in politisch stabilen Zeiten, mit der Gewaltenteilung und mit einem unabhängigen Justiz. Alles nicht da!

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