Warum manche Experten/Berater nie zur Arbeit erscheinen

Der Prächtige hört fast auf niemanden und doch hat er Unmengen an BeraterInnen und Experten für irgendwas um sich, deren Zahl täglich steigt. Warum?

Es sind ‚sogenannte BeraterInnen“. Sie beraten nicht, kassieren lediglich Gehalt bzw. Honorar. Wie sollte man sonst diesen Personen, oder ihren Familien, die AKP- bzw. Erdogan-Nah sind, aus der Staatskasse Geld zukommen lassen?

Hier haben wir ein Beispiel: Sie ist die Beraterin des türkischen Gesundheitsministers. Sie hat für ihrer Tochter, für eine Gebetszeremonie, einen Diamantring gekauft. So lassen sich die Beratenden gut gehen, ohne was dafür zu leisten. Dass die Dame derzeit Mutterschaftsurlaub hat, wird natürlich nicht erwähnt, denn sie geht ja auch normalerweise nicht zur Arbeit.

Der Prächtige hat eine Horde von Beratern und Beraterinnen, die er sicher nie zu Gesicht bekommen hat. Ich bin einigen von diesen in meinem Leben begegnet. Oftmals stand auf der Visitenkarte „Başdanışman“ bedeutet „Senior Consultant“ oder „Head-Consultant“. Den Kopf und die absolute Spitze des Beratergipfels gibt es eigentlich nur einmal, nicht aber bei den Beratern des Prächtigen. Erinnert mich an die Busse, die drei Meter lang, aber zehn Meter breit sind, weil alle neben dem Busfahrer in der ersten Reihen sitzen wollen.

Wie kommt man dahin?

Das hängt zumeist davon ab, wie nah man der Familie Erdogan steht. Es kann manchmal reichen, dass man eine entfernte Cousine von Frau Erdogan kennt und schon ist man im Berater-Team. Auch Ex-Fahrer, -Security-Leute, -Diener, können in diesen Positionen landen, wenn sie natürlich nicht Minister geworden sind. Entschuldigung, hier muss ich noch was aufklären. Das Wort „Team“ ist irreführend, weil die Berater sich nie begegnen. Wie soll das auch gehen, wenn sie nie zur Arbeit erscheinen.

Glaubt mal nicht, dass das bei den Privatunternehmen anders ausschaut.

Steht an der Tür im Unternehmen „Uzman“ und sonst kein Zusatz, wisst ihr Bescheid. Diese Person muss nicht zur Arbeit erscheinen. „Uzman“ bedeutet „Experte“.

Von was, oder wofür?

Diese Frage erübrigt sich, zumal niemand sich trauen würde diese Frage zu stellen. Ich kenne z. B. einen Baudezernenten, der einem Bauunternehmen viele städtische Grundstücke zugespielt hat. Dafür wurde er reichlich belohnt, dass für ihn das Beamtendasein unerträglich langweilig wurde, bei dem vielen Geld was er hatte. Schon ging er früher in Rente und wurde „Uzman“ bei dem Unternehmen, die er immer begünstigte. Wenn ich mir so überlege, ist „Uzman“ eigentlich einer der häufigsten Berufsbezeichnungen in der Türkei.

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