“Die Türkei muss in Menschen investieren!”

Nouriel Roubini*, der Nationalökonom und früher der Berater des Finanzministeriums der USA und Ali Koç von der Koç Holding sprachen auf einer Konferenz in Istanbul (Fix the Basics) und betonten beide, dass die Türkei in Faktor Mensch investieren müsse. Nur so wäre ein Weiterkommen möglich.

Die Demokratien würden im Kern den Menschen haben und folglich müsste man die Menschen fördern. Klingt gut, nicht wahr?

Es wurde noch besser. Beide betonten ebenfalls die Wichtigkeit der Gewaltenteilung und einer funktionierenden und gerechten Justiz. Nur so könne man Kapital ins Land locken. Klingt auch gut nur, wer weiß schon, wann das mal in der Türkei möglich sein wird? Sicher nicht unter Erdogan dem Prächtigen, der genau für das Gegenteil dessen steht, was hier aufgezählt wurde.

Ich möchte noch eines unterstreichen. Türkei produziert Produkte ohne Mehrwert, folglich wird nur über den Preis verkauft. Günstig, billig, günstig und billig sind die Vorgaben, damit man im Ramschproduktbereich konkurrenzfähig bleibt. Ich weiß, ‚Ramsch‘ klingt hart, aber soll es ruhig, damit einigen einiges bewusst wird. Wie soll man unter diesen Bedingungen in die Menschen investieren? Mit welchem Geld und wofür, wo doch kein Bedarf vorhanden ist. Sicher fehlen Fachkräfte, eher in Lehrberufen, nur man sieht, wie schwer sich Deutschland tut Fachkräfte ins Land zu locken, zumal die Bezahlung und Rahmenbedingungen unter denen anderer Industriestaaten liegt und wie sieht es in der Türkei aus?

(*) Nouriel Roubini wurde als Sohn iranischer Juden in Istanbul geboren. Seine Familie siedelte nach Teheran über, als er zwei Jahre alt war und dann nach Tel Aviv, später nach Italien und schließlich in die USA. Er wuchs hauptsächlich in Italien auf und ging dort auch zur Schule. Roubini spricht nicht zuletzt deshalb neben Englisch auch noch PersischHebräisch und Italienisch und bezeichnet sich als „globalen Nomaden“ Er war stets in der Rolle des Außenseiters, was vielleicht dazu beigetragen hat, dass er sich bis heute nicht um Mehrheitsmeinungen kümmert.

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