“Die Zwangsehe unter den Parteien ist der Demokraten Pflicht”

Heute ist der 96. Jahrestag der Türkischen Republik – Was hat das mit Deutschland zu tun? Nicht erst seit der Thüringer Wahl am Wochenende ist die politische Zwangsehe in Deutschland, der Demokraten Pflicht. Allen demokratischen Parteien muss endlich klar werden, dass das die letzte Chance ist, bis es dann bei den nächsten Landtagswahlen im Osten knallt und die AFD den Auftrag zu Regierungsbildung bekommt. Schnell würde man feststellen, dass das was sie versprechen, einmal an der Macht, heiße Luft ist. Müssen wir das aber zuerst testen? Nicht nötig!

Wird schon!

Auf die Wirtschaft umgemünzt könnte man sagen, dass die AFD-Wählerschaft betriebsblind ist. Eigentlich gibt es dabei starke Parallelen zu den AKP-Wählern. Auch wenn jetzt einige aufgewacht sind und klarer sehen, müssen sie sich treiben lassen, erst einmal. Das ist wie bei den großen Schiffen und Tankern, stoppst du alle Maschinen, dauert es noch lange, bis das Schiff zum Stehen kommt. In der Politik ist das sogar noch schlimmer, denn einmal Geblendet, tun die Menschen Dinge und das über eine lange Zeit, die sie dann später bereuen. Es vergehen Jahre, dann sagen diese Menschen: „Wir müssen aus der Vergangenheit lernen“, wie sie das heute auch schon sagen, aber doch nichts gelernt haben. Noch reden wir von ¼ der Bevölkerung in einigen Regionen, die keine Lehren aus der Vergangenheit gezogen haben. Schuld sind aber die restlichen ¾, die dafür sorgten, dass es diesen Viertel gibt. Die großen wie kleinen demokratischen Parteien hätten besser regieren müssen, dass ein Teil der Bevölkerung sich nicht vernachlässigt vorkommt. Es ist der Lauf der Dinge, dass immer weniger Arbeitskraft benötigt werden wird und das weltweit. Eine Umkehrfunktion, dass die Menschen sich glücklicher fühlen werden, wird kaum mehr wieder zurückkommen. Die besseren Zeiten liegen hinter uns. Jetzt gilt es die immer schlechter werdenden Zeiten zu managen, damit wir nicht erst am eigenen Leibe erfahren müssen, dass noch schlechter möglich ist. Die 25% von Deutschland sind in der Türkei mittlerweile 50% und wie schwer die Umkehrfunktion funktioniert bzw. gar nicht funktioniert, erleben wir alle. Die AKP kann man 1:1 mit der AFD vergleichen. Sie hätte auch AFT heißen können: Alternative für die Türkei. Sie versprach den Menschen Hoffnung auf bessere Zeiten, machte die anderen Parteien schlecht und einmal an der Macht, ging es nur um Machterhalt durch Willkür. Viele, die die Partei unterstützten, sitzen jetzt in den Gefängnissen ein. Sehr viele sind aus dem Traum aufgewacht, nur was bringt es, wenn der Polizeistaat alles niederwälzt, was sich ihm in den Weg stellt. So sind Faschisten, wenn die Willkür zum Programm wird, macht es vor den eigenen Leuten auch kein Halt.

Liebe Wahlberechtigten in Deutschland. Heute feiert die Türkei den 96. Jahrestag der Republiksgründung. Fünfzig Prozent der Bürger des Landes, die AKP Fans, zwingen sich nichts zu empfinden an diesem Tag und der Rest feiert ein Datum ohne Inhalt. Warum den 29. Oktober 1923 zu feiern, wenn doch nichts mehr so ist, wie es damals auf dem Weg gebracht wurde?

Deutschland hat, wie erwähnt, nur noch eine einzige letzte Chance. Zeitlich ist diese Chance auf eine Legislaturperiode begrenzt. Die Uhr läuft ab. Entweder stellen wir uns dagegen und die Parteien agieren zum Wohle der Bürger, oder wir schauen am Ende zu, wo wir bleiben.

Greta Thunberg, wie wir zu ihrer Person stehen spielt keine Rolle, hat mit der „Fridays for Future“ Aktion uns wachgerüttelt so, dass nichts mehr so sein wird, was Umweltbewusstsein angeht, wie vor ihr. Etwas ähnliches passierte mit der AFD. Gäbe es die AFD nicht, würden wir nicht gemerkt haben, dass wir nicht mehr vernünftig regiert wurden, dass die Politik im alten Trott dahinrollte und wir diese Situation als normal empfanden. Jetzt ist aber gut. Die Protestpartei hat protestiert. Ende! Wir haben verstanden und ¼ der Wählerstimmen sind einfach zu viel des Schlechten.  

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