The Million Pound Note und die Familie des Prächtigen

Der Film (1954) hieß in Deutschland “Sein größter Bluff” oder “Big Money – Die Macht des Geldes” mit Gregory Peck in der Hauptrolle. Sie entstand nach der Kurzgeschichte The Million Pound Bank Note von Mark Twain.  Der in England 1903 gestrandete, mittellose Amerikaner Henry Adams wird durch einen Zufall Gegenstand einer Wette. Die beiden ebenso wohlhabenden wie kauzigen Brüder Oliver und Roderick Montpellier überlassen ihm für einen Monat eine Eine-Million-Pfund-Banknote, für damalige Verhältnisse eine ungeheure Summe, um zu sehen, ob ihm der reine Besitz der Banknote (ohne sie einzulösen) zu Wohlstand und Glück verhilft, was ihm zunächst zu gelingen scheint.

Kommen wir zu unserem ‘Prächtigen’ und seiner Familie.

Wie zuverlässig die Quellen sind zu testen geht über Probieren. Damit meine ich Personen, die dem Palast nahe stehen. Die jetzige Quelle sitzt wahrlich an der Quelle, muss ich feststellen. Dass was er mitteilt taucht, wenn nicht zensiert, in den Medien auf bzw. die Mitglieder der Regierung oder der Prächtige teilen es vor den Kameras mit. Nach dem gestrigen Treffen im Palast wird es wohl bei den verbalen Warnschüssen an das Adressat des OB’s von Istanbul Imamoglu bleiben.

Dem Prächtigen und seiner Familie ist einiges klar geworden

Die Stimmung soll so sein, dass allen Beteiligten klar ist, dass das so nicht ewig weitergehen wird. Der Abstieg hat schon längst begonnen, jetzt gilt es darum die Geschwindigkeit zu regulieren, so gut man kann.

Da erscheint die Eskalation, wenn man den OB von Istanbul absetzt und einen Ernannten ersetzt wohl zu riskant. Der Satz eines Familienangehörigen vom Prächtigen, der im Palast wie viele Angehörige auch zugegen sein gewesen soll, beschreibt die Lage der Familie ganz genau.

“Was bringt es, wenn du heute 100 Millionen USD in der Tasche hast und du es nicht ausgeben kannst?”

Das soll einer aus der Familie des Prächtigen in kleiner Runde ausgesprochen haben. Kein anderer Satz kann die Familiäre Misere besser beschreiben. Obwohl einer auch gesagt haben soll, dass am Ende Gefängnis oder Tod stehen würde, möchte ich die Variante des Exils ebenfalls ins Spiel bringen. Das wäre die sauberste Lösung für alle Beteiligten. Allein wegen den Kosten, die auf den Staat zukommen würden.

Wohin mit all dem Geld?

Habt Ihr mal zu Ende gedacht, wohin mit all dem Geld, wenn man es nicht ausgeben und das Leben in vollen Zügen genießen kann? Wenn man zu diesem Erkenntnis gelangt ist und an dem Punkt stehen alle Angehörigen der Familie des Prächtigen, geht es nur noch um Macht und Machterhalt. Ab dem Zeitpunkt regiert die Willkür. Die Menschen sind nichts mehr wert, diese kann man beseitigen, beiseite schaffen und opfern.

Was ist dann mit der Türkei?

In der Hinsicht hat der Prächtige seinen Auftrag zur vollsten Zufriedenheit des Auftraggebers erfüllt. Die Wirtschaft liegt am Boden. Wird sich aber über kurz oder lang irgendwie erholen, nur die Türkei im Ganzen wird sich niemals so richtig erholen können. Schlecht ausgebildete Menschen, desinteressiert an den Geschehnissen, wo du hinschaust. Die Türkei ist importabhängig geworden und kann ohne das Ausland nicht existieren. Das war die Mission.

Eigentlich schreiben wir das Jahr 1918

An der Stelle, wo Mustafa Kemal ins Spiel kam und neue Regeln festlegte, dahin hat der Prächtige das Land zurückgeführt. Wir schreiben das Jahr 1918, das Land ist von ausländischen Mächten besetzt. 2019 sind natürlich andere Zeiten. So, wie man die Kriege mit Stellvertretern führen kann, so muss man auch nicht ein Land mit Armeen besetzen um es zu besitzen. Heutzutage reicht es, wenn du die Wirtschaft eingeheimst hast. Das haben die Ausländer in den 17 Jahren Regierungszeit des Prächtigen. Die Schlüsselindustrien gehören ihnen. Der Prächtige hat seine Mission erfüllt. So richtig leben tut er nicht hinter hohen Mauern, aber er kann sich mit Macht selbstbefriedigen und sein Ego pflegen. Realitätsfern war er ja schon immer.

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