Warum 4,25% runter?

Wie schon immer bekundet wurde, so hat die Türkische Zentralbank, völlig unbeeinflusst von Außenstehenden, dennoch dem Wunsch des Alleinherrschers folgend, den Leitzins gesenkt. Erwartet wurden 3-4%, dass aber am Ende 4,25% herauskamen, hat einen einzigen Grund. So kann man sagen, wir haben die Zinsen unter 20% gezogen, denn jetzt sind wir bei 19,75%.

Die Devisenkurse haben nicht darauf reagiert. Die Inflation wird den Anschein erwecken, dass die Zinssenkung etwas gebracht hätte, denn besonders im September wird die Inflation nennenswert fallen. Das ist halt Mathematik. Da es um 12 Monatsdurchschnitt geht und die Monate mit niedriger Inflation vom letzten Jahr in die Rechnung einfließen werden, kann die Inflation nur fallen. Es wird also nichts mit der Zinssenkung zu tun haben, aber so verkauft werden. Was danach kommt, werden wir ab ca. November sehen.

So, jetzt sind die Zinsen runter, was jetzt? Welches der elementaren Probleme der Wirtschaft haben wir somit gelöst? Was gedenkt man jetzt an weiteren Maßnahmen zu tun, damit die Wirtschaft in Gang kommt. Gestern war zu erfahren, dass die Kapazitätsausnutzung des produzierenden Gewerbes weiterhin nach unten tendiert.

Wer angestiftet vom Alleinherrscher glaubte, dass eine Zinssenkung ein Allheilmittel für irgendwelche Probleme sei, wird schnell merken, dass der Schneeball der Probleme immer größer werden wird. Jetzt haben wir noch ein Problem mehr, denn die Ahnungslosen in Ankara werden jetzt erst mal weiterhin nichts tun und auf die guten Inflationszahlen vom September warten. Was die danach tun werden? Das wissen die doch heute nicht. Für Erdogan gilt es jetzt noch vier Jahre bis zu den nächsten Wahlen heil zu überstehen. Die Türkei und die Wirtschaft können sehen wo sie bleiben.

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