Entweder Kollaps, oder wir schreiben die Wirtschaftsbücher neu

Der Alleinherrscher sagt: „Wir senken die Zinsen und die Inflation wird sinken“. Jetzt haben wir ein Problem, ein großes Problem. Die Inflation wird auch so sinken, zumal wir vom 12 Monatsdurchschnitt sprechen. Jetzt werden, was die Inflation angeht, die besseren Monate vom letzten Jahr reinrutschen und den Durchschnitt verbessern. Es wird aber am Ende auf jedem Fall heißen, dass die niedrigen Zinsen das bewirkt hätten.

Bei der nächsten Sitzung 25. Juli wird die Zentralbank die Zinsen geschätzt um 3-4% heruntersetzen. Danach wird man höchstwahrscheinlich bei jeder weiteren Sitzung weiter runtergehen mit den Zinsen.

Eigentlich hat man mit Niedrigzins schon probiert, denn vor ca. 1,5 Jahren, als die Zinssteigerungen dringend nötig waren, beließ es die Zentralbank dabei. Die Folgen dieser Geldpolitik sehen wir heute. Hohe Inflation.

Die Inflation wir im September spürbar runtergehen. Ab ca. Oktober/November wird sie dann wieder höher gehen. Wie wird man dann dieses erklären?

Die Zentralbank hat verkündet, dass sie Reserven von 46,2 Mrd. TL bilden wird. Wie wird sie das machen? Zum einen ganz sie den Betrag als Buchgeld in die Passiva schreiben. Wenn die Staatskasse, wie immer, diesen Betrag abruft, muss die Zentralbank Geld drucken. Wenn der Staat dann diesen Betrag nicht benutzt, wird nichts passieren, nur, lässt der Staat Geld drucken, wenn es nicht dringend nötig wäre?

Derzeit gibt es laut der Zentralbank 141 Milliarden TL Bares im Umlauf. Diesem werden dann die 46 Milliarden TL dazu addiert. Auf einem Schlag 33% mehr Geld im Umlauf!!!

Mehr Geld in den Umlauf bringen, die Zinsen senken und parallel soll noch die Inflation gesenkt werden. Am Ende wird es zwei Möglichkeiten geben: Es kommt zum Kollaps, oder wir schreiben die Wirtschaftsbücher neu und nennen das Ganze: Die Erdogan Formel

Dabei fällt mir ein Witz ein:

Drei Patienten einer Irrenanstalt werden vom Psychiater untersucht.
Psychiater zu Patient 1: “Wieviel ist 2×2?”
Patient 1: “5000!”
Psychiater zu Patient 2: “Wieviel ist 2×2?”
Patient 2: “Mittwoch!”
Psychiater zu Patient 3: “Wieviel ist 2×2?”
Patient 3: “Vier.”
Psychiater: “Sehr gut. Können Sie mir auch erklären, wie Sie auf dieses Ergebnis gekommen sind?”
Patient 3: “Nichts einfacher als das. Ich habe 5000 durch Mittwoch geteilt …”

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