Die Türkei: Ein Volk von Chemikern

Es war abzusehen, dass es so kommen würde. Die hohen Steuern auf Alkohol und Tabak brachten es mit sich, dass der Türke zum Chemiker mutierte. Immer wenn ich Chemie für teures Geld in den Regalen sehe, z.B. Shampoo’s die ich nicht mehr brauche, oder Flüssigseife, Waschpulver etc. muss ich an mein Vater denken, der Chemieingenieur war und sagte: „Die Chemiebranche ist die Branche, wo du die Preise für den Konsumenten nicht mit spitzer Mine errechnet werden müssen.“ Damit meinte er, dass man vieles so günstig produzieren könne, dass oft die Verpackung mehr kostet als der Inhalt und der Verkaufspreis ist auf die Laune des Entscheiders zurückzuführen.

Bei einer Flasche Raki, lassen wir mal diesen 120 TL kosten, gehen 85 TL davon an den Staat. Die Folge davon ist, dass viele Türken ihre alkoholischen Getränke zuhause selber brennen. Die Apparaturen dazu sollen ein Renner sein. Sogar einige Gastronomie-Betriebe haben in dunklen Ecken ihre eigene Brennerei. Dabei muss man sich nichts riesiges Vorstellen, denn die gesamte Apparatur findet auf einem kleinen Tisch schon Platz.

Was macht der Staat um die Schwarzbrennerei zu verhindern?

Damit  Personen Ethylalkohol nicht zum privaten Gebrauch kaufen, lässt der Staat Denatoniumbenzoat beimischen. Dieser verleiht dem Ganzen einen bitteren Geschmack und macht es ungenießbar. Dennoch, die Schwarzbrennerei fordert weiterhin Todesopfer.

Wie sieht es mit dem Raki-Konsum aus?

In den letzten acht Jahren ist der Raki-Konsum um 13 Millionen Liter gefallen. Zu Zeiten der AKP gingen die Raki-Verkäufe um 20% runter. Es sind aber immer noch knapp über 35 Millionen Liter Raki, die konsumiert werden.

Dennoch, die Sorgen ertränkt man hauptsächlich mit Alkohol. Das führte dazu, dass die Alkoholimporte von 1.867.000 Liter in 2004 auf 9.048.000 Liter in 2018 anstiegen.

Die Bierimporte zeigen die höchste Steigerung auf

Noch vor 10 Jahren importierte die Türkei 392.472 Liter Bier. Im letzten Jahr waren es 10.192.000 Liter. 995.000.000 Liter Bier produzieren die türkischen Brauer (2018) für den Inlandsmarkt. Exporte nicht mit inbegriffen.

Die Mengen mögen für nichtmuslimische Länder nicht hoch klingen, jedoch reden wir hier von einem Land mit 98% muslimischer Bevölkerung.

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