Die Toten sind echt, die Zehntausende in Gefängnissen und der Vorwand immer mehr zu verhaften auch

Heute ist der Jahrestag von einem der schwärzesten Tagen der Republik Türkei. Es ist ein arbeitsfreier Tag in der Türkei geworden. Angeblich zum Gedenken an diesen Tag, dem 15. Juli 2016, aber eher ein Feiertag, weil angeblich das Land gerettet wurde. Das Putschähnlicheirgendetwas nutzte einem einzigen und stärkte seine Macht als Alleinherrscher. Es kam alles wie gerufen. Viele sind überzeugt davon, dass es gerufen wurde. Egal, wer für so viel Unrecht steht, kann diese Unterstellungen auch verkraften.

Er besuchte noch die 2. Klasse der Militärakademie. Die Unschuld, kann man ihm vom Gesicht ablesen. Leider traf er den Mob des Regimes, der ihm mit 21 Jahren den Kopf abschnitt.

Er war ein einfacher Soldat und das gar nicht mal so lange. Er bekam ein Befehl, eine Übung sollte es sein, er wurde auf einem Militär LKW auf die Bosporus-Brücke gefahren. Er wusste nicht was ablief. Der Plan von oben war, einige wenige Panzer auf die Straße schicken, anschließend die Menschen auf die Straße rufen, damit sie angeblich das Land verteidigen und das gegen solche Kadetten wie Murat einer war. Der Mob war wütend und schnitt ihm die Kehle ab. So geht er in die Analen als Vaterlandsverräter ein (noch). Hätte ihn Erdogan nach Syrien geschickt und wäre er dort – ebenfalls sinnlos – ums Leben gekommen, wäre er ein Märtyrer genannt worden, wie sie alle genannt werden, die vom Staat in den Tod geschickt werden. Für die Eltern wäre es wahrscheinlich erträglicher. Erdogan wird so oder so eines Tages gehen. Den 15. Juli wird man versuchen aus dem Gedächtnis aller zu streichen. Alle Straßennamen die jetzt “Tag des 15. Juli irgendwas” heißen, werden ihre alten Namen zurück bekommen. Der grausame Tod von Murat wird in den Gedächtnissen haften bleiben und als ein Beispiel dafür dienen, wofür Diktatoren in der Lage sind, wenn sie um ihre Macht fürchten.

Es gibt die Soldaten, die durch Kugeln von Terroristen u.a. im Kampf, oder oft ins Hinterhalt gelockt, gefallen sind. Terroristen sind noch niemals zuvor durch Soldaten besiegt worden. Das sollte eigentlich die Erkenntnis überhaupt sein, die Menschen nicht sinnlos in den Tod zu schicken, nicht im Kampf gegen Terroristen und Guerilla. Ruhe in Frieden in Murat, die Schuld ist unser aller, weil wir es soweit haben kommen lassen. Es wird die Zeit kommen, wo du vom Makel des Vaterlandsverräters befreit werden wirst. Deine Mörder sind namentlich bekannt und genießen das Leben, gedeckt von einem Unrechtregime.

Die Schwester des toten Soldaten zitierte den Staatsanwalt: “Verfolgen Sie den Fall nicht weiter, Sie bringen uns damit auch in die Schusslinie!”

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