Die Orange ist für die Türkei nicht irgendeine Frucht (gewesen)

Dieser Männer auf dem Foto aus den 30er Jahren probieren die Orange, die sie gerade aus Italien importiert haben. Der Mann auf der linken Seite, möchte die junge Türkische Republik aus dem Nichts und einem Haufen Schulden aus der osmanischen Zeit, zu einer Industrienation machen. Er setzt zuerst mal auf die Bauern. Sie sollten es richten. Die Importierten Orangen werden mit der türkischen gekreuzt. In Adana, Mersin, Antalya und der Ägäis-Region entstehen Orangenplantagen.

Und dann?

Mit dem aus den Orangen erwirtschafteten Geld bezahlt man die Russen, die damals statt S-400 die ersten türkischen Fabriken schlüsselfertig liefern.

Die Türkei wurde durch die Agrarprojekte zu einem der wenigen Selbstversorger weltweit. Den Anfang machte die Orange.

Zu etwa der gleichen Zeit importierte man auch die Teepflanze, dem Nationalgetränk der Türkei. Die Gesetzte, Tee anzupflanzen und die Teebauern besonders zu unterstützen wurde von dem Mann links auf dem Bild erlassen, der selber ein Kaffeetrinker war und nicht in den Genuss des türkischen Tees kam, weil er vor der ersten Ernte verstarb.

Das alles ist Geschichte geworden. Zu Zeiten Erdogans ist die Türkei zu einem der größten Agrarimporteuren der Welt aufgestiegen. Die Vernichtung von Agrarflächen schreitet weiter voran. Auch wurden die Schlüsselindustrien an ausländischen Investoren verkauft. So ist auch hier die Abhängigkeit vom Ausland bzw. von Ausländern Realität.

Die Orange hat an Bedeutung verloren.

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