Die Regierung hat die türk. Wirtschaft aufgegeben – Istanbul muss ins Portfolio zurück geholt werden

Du hoffst auf gute Umsätze, hast aber Dein Schaufenster seit zwei Jahren nicht mehr verändert. Die Ware von vor zwei Jahren und älter stellst Du im Schaufenster aus und hoffst, dass es mal richtig losgeht mit den Verkäufen. Kann das klappen?

Wisst Ihr wer das tut? Die Investitionsagentur der Türkei www.invest.gov.tr Die Seite kann man in neun Sprachen abrufen. Bravo, reife Leistung, nur was kann man abrufen?

Keine, der für einen Investor relevanten Wirtschaftszahlen, ist jünger, als zwei Jahre. Die Wirtschaft der Türkei scheint 2017 aufgehört haben, zu existieren. Nun gut, wie ihr unten seht, gab es drei Wirtschaftsnachrichten, die aus dem Januar 2018 stammen, aber danach gab es auch keine Nachrichten mehr. (Wichtig: Oft wenn ich kritisiere ändert oder ergänzt man was. Am besten heute sich schon überzeugen, dass das so ist. Morgen kann es schon anders ausschauen.)

Bezeichnend ist, dass oben links am Browser schon der Hinweis kommt: “Nicht sicher”

Übrigens heißt die Wirtschaftsagentur der Türkei mittlerweile so:

Er selber ist so stolz auf das Logo des Präsidenten, dass er dafür die Türkei opfert.
Er ist so stolz auf das Logo des Präsidenten, dass er dafür die Türkei opfert.

Schämen soll sich der Präsident, dass er die Türkei und die türkische Wirtschaft der Welt so schäbig präsentiert.

Greenfield Investitionen

Damit wird in der Regel die Neuerrichtung einer Produktionsstätte auf einem neuen oder noch jungen Markt bezeichnet. Symbolisch wird ein Unternehmen also auf einer grünen Wiese tätig, daher Greenfield. Häufig handelt es sich dabei auch um Investitionen im Ausland.

Die Türkei hat seit ewigen Zeiten keine Greenfield-Investitionen mehr gehabt. Viele Unternehmen haben zu Showzwecken unterschrieben, aber nichts umgesetzt. Die nächsten Tage werde ich Euch eine Liste liefern können.

Die Automobilindustrie ist der Motor der Exporte, aber seit 25 Jahren keine neuen Greenfield-Investitionen mehr.

Die Türkei gehört zu den führenden Autoproduzenten der Welt. Nur,  wisst Ihr, wann  es die letzte Greenfield-Investition in dieser Sparte gab? Vor einem viertel Jahrhundert, im Jahre 1995.

Nicht nur Honda ist gegangen, in den letzten 15 Jahren verlor man an die 7 Mrd. Euro an Greenfield-Investitionen an Länder wie die Slowakei, Rumänien und Tschechien. Jetzt hofft man auf die VW-Investition. Ob die Hoffnung begründet werden könnte, bleibt fraglich.

Den Alleinherrscher interessiert die türkische Wirtschaft kaum noch mehr.

Exakt an dieser Stelle müsste die Investitionsagentur aktiv werden und als Lockvogel dienen. Tut sie aber nicht. Womit den auch?

Ein-Mann-Regimes sind keine sicheren Häfen für Investitionen. Ungesicherte Eigentumsverhältnisse und allzu offensichtliche politische Willkür, schreckt die Investoren grundsätzlich ab. Jetzt, wo seit dem 06. Mai auch für das Ausland feststeht, dass in der Türkei nur einer das sagen hat, kann man sich die Hoffnungen, dass ausl. Direktinvestitionen (ADI) kommen könnten, in den Wind schreiben.

Der Präsident opfert die Türkei und die türkische Wirtschaft für sein Machterhalt und der abermaligen Eroberung von Istanbul mit unlauteren Mitteln.

Eigentlich zum Weinen…
Kaltstart X - Das Buch von Ahmet Refii Dener

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