Die Türkei importiert immer weniger und der Meister träumt immer weiter

Als der Alleinherrscher den Betrag die letzten 5-6 Jahre nicht mehr in den Mund nahm, dachte ich, er hätte begriffen, dass er sein Ziel, 500 Milliarden USD Exporte im Jahre 2023, zum 100. Jahrestag der Republik nicht realisieren kann. Falsch gedacht, denn er erwähnte vor einigen Tagen wieder, dass das sein Ziel wäre.

Während er das sagte, erwähnte er auch voller Stolz, dass die Importe von Quartal zu Quartal immer weniger werden würden. Eigentlich ist das der sichere Hinweis dafür, dass das nichts wird mit den 500 Mrd. USD an Exporten.

Immer noch basiere ich auf eine Zahl, die ich mir bei einem Interview des damaligen Präsidenten Gül aufgeschnappt habe, der sagte, dass die Türkei bei den Exporten 81% Importanteil hätte und somit die Marge davon abhängen würde, wie die Devisenkurse stünden. Wer mit schwachem TL Devisen kauft und dann auf Gewinne hofft, der wird sich verkalkulieren.

Die Importe sind im letzten Quartal mit 49 Milliarden USD auf einem Stand, die die Türkei vor knapp zwei Jahren hatte. Im letzten Jahr, als die Wirtschaft schon ins Stocken geriet, waren es noch 62 Mrd. USD.

Die sinkenden Importe sind ein sicherer Hinweis, dass an der Exportfront auch nicht alles rund laufen kann. Im letzten Jahr exportierte die Türkei für 168 Milliarden USD Waren und Dienstleistungen. Zum Ende März 2019 stehen wir, in den letzten 12 Monaten, bei 169 Milliarden USD.

Viele Industriebetriebe, die noch am Leben sind, sind nicht in der Lage die Rohstoffe, Halbfertigerzeugnisse u.a. zu importieren, folglich produzieren und exportieren sie weniger.

Welcher Umstand die Wirtschaft bzw. die produzierende Industrie so ankurbeln könnte, dass sie volle Fahrt aufnimmt und zur alten Stärke zurückfindet… Ich glaube, das wird so schnell nicht passieren.

Um also das 500 Mrd. USD Exporte Ziel des Meisters zu erreichen, müssten sich die Exporte in den kommenden vier Jahren um 175% steigern. Die Türkei müsste also den Weg, denn die Wirtschaft in den letzten 15 Jahren gegangen ist, in 4 Jahren nochmals gehen.

In der Schrumpfphase der Wirtschaft ist das kaum möglich.

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