Die Tore fielen in der 1., 12., 13., 22., 32., 38., 59., 61., 66., 77., 87. und 90. Minute.

Die Entscheidung über die Meisterschaft in der Bundesliga fällt am kommenden Wochenende. FC Bayern München empfängt Zuhause die Eintracht aus Frankfurt und Dortmund spielt in Mönchengladbach. Gerade dachte ich, dass ja bei dem besseren Torverhältnis, den Bayern auch ein Unentschieden reichen würde. Da fiel mir der 29. April 1978 ein.

Es gab damals noch keine Live-Übertragungen, so mussten wir alles vom Radio aus verfolgen.

Meine Mannschaft, der 1. FC Köln spielte bei St. Pauli, der als Absteiger feststand. Wegen Umbauarbeiten am Bökelberg, spielten Mönchengladbach und der BVB im Rheinstadion in Düsseldorf.

Dass der FC in St. Pauli verliert, war ziemlich ausgeschlossen. Das soll Jupp Heynckes beim Mannschaftsfrühstück zu der Aussage bewegt haben: „Eher schießen wir ein Dutzend Tore, als dass Köln bei St. Pauli verliert“.

Er sollte Recht behalten. Der 1. FC Köln gewann und seine Borussen gewannen 12:0 gegen die Borussia aus Dortmund. Heynckes allein schoss fünf Tore.

Ich als Türkischstämmiger wusste natürlich sofort Bescheid. Manipulationstheorien flogen nur so durch die Luft. Da konnte es nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. So dachten aber auch andere, denn alle Dortmunder wurden zum DFB zitiert. Heraus kam lediglich, dass die Gladbacher zu gut und die Dortmunder grottenschlecht waren.

Als das Spiel im ARD Sportschau kam, konnte man beobachten, dass die Dortmunder Ersatzspieler sich weigerten eingewechselt zu werden. Sie wollten auf dem sinkenden Schiff MS BVB nicht dabei sein.

Am nächsten Tag wurde der BVB Trainer Otto Rehagel gefeuert und hieß so dann „Otto Torhagel“.

Die FC Spieler und deren Trainer Hennes Weisweiler hörten zu gleicher Zeit in Hamburg mehr Radio, als das sie sich auf das eigene Spiel konzentrierten. Je mehr Tore Mönchengladbach schoss, umso mehr Tore mussten der FC auch schießen. Als es 9:0 stand in Düsseldorf, hätte Mönchengladbach noch drei Tore zur Meisterschaft gebraucht, die sie auch schossen. Zum Glück schossen die Kölner ihrerseits 5 gegen St. Pauli, dass sie noch Meister wurden. Der Tordifferenz wies nur drei Tore zu Gunsten von Köln aus.

Eine lustige Szene war auch, dass der Schiedsrichter ab dem 7. oder 8. Tor die Bälle selber aus dem Tor holte und zur Mitte brachte.

Ich hoffe als FC Bayern Fan(*), dass sie aus eigener Kraft Meister werden und die Borussia aus Mönchengladbach sich nicht wieder, so wie 1978, anstrengen muss.

(*) FC Bayern München ist im deutschen Fußball, wie Mc Donalds in der Fast-Food-Gastronomie, meist gehasst und hoch erfolgreich. Keine andere Mannschaft wird, so professionell geführt. Die „Mia san mia“ Feeling, wird jedes Jahr erreicht, egal in welcher Besetzung.

1. Fußball Bundesliga 1977/78 - Borussia Mönchengladbach - Borussia Dortmund 12:0

Die Anzeigetafel im Düsseldorfer Rheinstadion geriet an ihre Grenzen
Quelle: pa/dpa/Roland Scheidemann

Das könnte Dich auch interessieren …