Umfrageergebnisse: So entwickeln sich die Devisenkurse, die Inflation, die Wirtschaft …

Die Zentralbank der Türkei macht in jedem Monat eine Umfrage unter den führenden Unternehmen und Finanzdienstleistern, wie ihre Erwartungen die türkische Wirtschaft betreffend sind.

Während ich die Zahlen wiedergebe, möchte ich hier betonen, dass diese zum Jahresende nicht stimmen müssen. Wichtiger ist, wie die Zahlen sich zu den Vormonatserwartungen unterscheiden. Von einem Monat zum anderen sind die Zukunftserwartungen der Entscheider in der Türkei, viel Negativer geworden.

Wie werden sich die Devisenkurse entwickeln?

Waren die Erwartungen für den USD Kurs zum Jahresende im Monat März noch 6,06 TL, so rechnet man schon im April mit 6,20 TL. Noch krasser ist, dass man von April 2019 zu April 2020, die Erwartungen von 6,30 TL auf 6,43 TL steigerte.

Auch an der Inflationsfront sind die Erwartungen nicht besonders positiv. So erwartet man statt 15,64% nunmehr eine Inflation von 16,23% zum Jahresende.

Das Handelsbilanzdefizit wurde im Vormonat zum Jahresende mit 21,4 Mrd. USD erwartet. Mittlerweile geht man von 17,6 Mrd. USD aus. Das klingt zwar positiv, ist es aber nicht. Je weniger die Exporte, umso weniger die Importe.

Wie sieht es mit dem Wirtschaftswachstum aus?

Während man noch im letzten Monat ein Wachstum von 1,2% zum Jahresende erwartete, sind diese Erwartungen auf 0,6% runtergeschraubt worden.

Das Wirtschaftswachstum für 2020 schraubte man ebenfalls von 3,2 auf 2,9% runter.

Zum besseren Verständnis

Wie gesagt, diese Zahlen können aber müssen nicht stimmen. Nur, im normalen Leben ist es so, dass man einer Sache zu 100% und mehr glauben muss, damit es am Ende auch funktioniert. Die Wirtschaftsbosse der Türkei haben, wie die o.g. Zahlen zeigen, ihrerseits kaum Hoffnung, dass es vorwärts geht mit der türkischen Wirtschaft. In neue Projekte investieren werden sie nicht. Nicht bei den Risiken, die sie sehen. Schließlich sind sie ein Teil vom Ganzen und müssen es besser wissen.

Quelle: Dunya-AA-TÜIK

Kaltstart X - Das Buch von Ahmet Refii Dener