Türkei: Das kleine Mädchen, die Wirtschaft, die Devisenkurse und der Faustschlag

Die Rose soll für die vielen kleinen Mädchen und Jungs stehen, die als Kleinkinder durch Anwendung von Gewalt von uns gehen mussten.

Es ist natürlich schrecklich, wenn man hört, dass ein vierjähriges Mädchen in Istanbul von vier Männern vergewaltigt wurde und verstorben ist. Schon verlangen einige wieder mal nach der Todesstrafe, als ob das abschreckend wirken könnte. Eigentlich wissen diese Menschen nicht, wie gefährlich das wäre, wo doch der Rechtsstaat nicht mehr existiert und die Gerichte, Urteile des Willkürs aussprechen.

Dieser Fall des vierjährigen Mädchens hat dem Alleinherrscher wieder mal genutzt. Nein, sicher findet er das, was passierte auch schrecklich, aber das passiert in der Türkei tagtäglich. Dennoch reichte dieser Fall, das Volk gänzlich vom Tagesgeschehen abzulenken. Der Alleinherrscher und sein Schwiegersohn, im Nebenberuf Finanz- und Schatzamtsminister, scheren sich nicht um die türkische Wirtschaft und das Volk schert sich nicht um die beiden. Jetzt wird erst einmal nach Vergeltung für die Mörder verlangt. Dumme Aktionen wie: “10 Minuten vom Social-Media fernbleiben” sind gelaufen. Wer dadurch bestraft wurde, wird für immer im Verborgenem bleiben. Auch sind die Vergewaltiger und Mörder, wegen der Nachrichtensperre zu Syrern mutiert.

Die magische 5,90 TL Grenze für den USD

Der USD Kurs gegenüber der Türkischen Lira steht bei 5,89 TL. Solange, wie Geld da war, agierte die Zentralbank und versuchte einzuwirken, damit der USD unter der 5,90 TL Marke blieb. Es kann damit gerechnet werden, dass die TL innerhalb kurzester Zeit, 3-4% an Wert verlieren wird, wenn diese Marke überschritten wird. Wenn ich ständig USD erwähne und nicht Euro, hat das damit zu tun, dass die türkische Wirtschaft über den US Dollar funktioniert. Der Euro steht bei 6,59 TL (Stand, 25.04.19, 9:10 MEZ).

Der Faustschlag bleibt ungesühnt

Der Faustschlag gegen den Oppositionsführer Kilicdaroglu von der CHP bei einer Soldatenbeisetzung, bleibt ungesühnt. Der Täter ist nach kurzer Vernehmung wieder freigelassen worden. Nach den Fotos im Internet zu beurteilen, ist er sogar von den fünfzig Prozent zum Helden auserkoren worden. 800 Rechtsanwälte sollen sich bereit erklärt haben, ihn vor Gericht zu verteidigen. Dass der Täter keine Strafe zu befürchten hat, öffnet den Nachahmern Tür und Tor. Eine verdammt gefährliche und explosive Situation. Nachahmer werden folgen.

Foto: Bild von Goran Horvat auf Pixabay

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