Erdogan und das Schwarze Loch

Am 10. April gab es das erste Bild eines Schwarzen Lochs. 200 Forscher und ein virtuelles Riesenteleskop, so groß wie die Erde, machten es möglich. Ich denke der Alleinherrscher der Türkei sah das Schwarze Loch bereits am Abend des 31. März, als die Stimmzählung zu den Kommunalwahlen in der Türkei abgeschlossen wurden. 17 Tage lang suchte er nach einer Lösung, wie er das Ergebnis zu seinen Gunsten verbiegen könnte. Das Ergebnis missachten und noch mehr an Vertrauen einbüßen und die Wirtschaftskrise noch näher zum Schwarzen Loch hin steuern, oder etwas gemäßigter agieren, so tun als würde er das Ergebnis akzeptieren, was wäre das kleinere Übel für ihn? Bekanntlich haben die restlichen OB’s und Bürgermeister, deren Ernennungsurkunden zurückgehalten wurden, diesen mittlerweile ausgehändigt bekommen.

Dennoch, jederzeit kann alles passieren, denn er hat Bekanntschaft mit dem Schwarzen Loch gemacht. Jetzt muss er sich überlegen, wie er sich dem entfernen kann.

Ich denke er sollte sich mit dem IWF arrangieren, denn eine andere Möglichkeit des Weiterkommens der türkischen Wirtschaft, gibt es nicht. Die Reserven der Zentralbank gehen zu Neige. Ewig kann die türkische Lira nicht gestützt werden. Mit dem Geld der IWF wird die Krise nicht gelöst sein, denn da müssen echte Experten agieren, damit man die Türkei um die Klippen herum steuern kann, aber ein Anfang wäre gemacht. Alle Male besser als Nichtstun, wie es jetzt der Fall ist.

Die Arbeitslosigkeit ist bei 14,7%, die Jugendarbeitlosigkeit ist bei 27% angekommen. (TÜIK, Dezember 2018 Zahlen, die im März 2019 bekanntgegeben wurden). Nach Lage der Dinge ist das noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Dann gibt es da noch eine Quote der Jugendlichen, die weder zur Schule gehen, noch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Dieser beträgt 24,9%. Diese Jugendlichen tauchen in den Arbeitslosenzahlen gar nicht auf. Der Anteil der Frauen, die am Arbeitsleben teilnehmen beträgt 28% (2017) und die restlichen 72%? Sie werden alle nicht als Arbeitslose mitgezählt, doch sind sie ein Faktor, wenn es um die Zukunft der Türkei geht. Die wenigen Verdiener, müssen diese Menschen ebenfalls durchbringen.

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