Die Kosten der Wahlen: 7 Milliarden USD

12. Tag nach den Kommunalwahlen und Erdogan konnte sich nicht dazu überwinden, die Kommunalwahlergebnisse in Istanbul und bei vielen anderen Städten und Gemeinden in der Türkei zu akzeptieren. Sollte es zu Neuwahlen kommen, oder Seitens Herr Erdogan ein Weg gefunden werden, den OB Posten doch nicht dem Sieger Imamoglu von der CHP zu geben, würde das augenblicklich zu einer nochmaligen, rascheren Verschlechterung der Wirtschaftszahlen und zu einem Kollaps führen.

Der Schwiegersohn ist zum Frühlingstreffen der IMF nach Washington gereist.

Wie oft zu solchen Fällen wird man sicherlich in einem Nebenraum über die Modalitäten zu einer Kreditaufnahme seitens der Türkei sprechen müssen.

Ohne IMF keine Rettung.

Es sei nochmals erwähnt, dass die Türkei dringend große Mengen Geld benötigt und dass nur die IMF, oder wie in Deutschland geläufig, die IWF, in der Lage ist, diese Mengen in den Fass ohne Boden zu werfen. Die Mechanismen die Geldrückflüsse zu kontrollieren, hat nur die IMF. Hätte also eine andere Geldquelle die Möglichkeit der Türkei an die Hundertmilliarden USD zu geben, hätte diese nicht die Möglichkeit zu überwachen, wie und ob das Geld auch zurückfließt. Also kann eine Rettung nur mit der IWF vollzogen werden.

Die wirtschaftlichen Risiken, die an der Türkei haften sind so viele, dass es auch für die IWF kein leichtes Unterfangen ist, der Türkei Geld zu leihen. Jede falsche Handlung von Erdogan und seinem Schwiegersohn, manchmal nur ein falscher Satz, lässt die türkische Lira ausbluten. Auch die aus Russland bestellten Raketen, könnten die USA zu Sanktionen gegen die Türkei bewegen.

Das Frühlingstreffen der IWF geht in Washington bis zum 14. April. So lange wird wohl auch mit der Entscheidungsfindung des Alleinherrschers über Istanbul, nichts passieren, oder aber gerade jetzt die Kommunalwahlergebnisse anzuerkennen, könnte bessere Konditionen bei den Kreditvereinbarungen bedeuten. Wenn man mit der IWF verhandelt, sollten die Vorzeichen nicht noch schlimmer werden.

Im zweitbevölkerungsreichsten Land der Welt, in Indien, stehen ebenfalls Wahlen an. Die Wahlen werden bis zum 19. Mai andauern und in 7 Stufen realisiert werden. 900 Millionen Inder sind aufgerufen ihre Stimmen abzugeben. Die amtlichen Endergebnisse werden am 23. Mai, also 4 Tage nach den Wahlen bekanntgegeben werden. Die Kosten für die Wahlen betragen nach staatlichen Angaben 7 Mrd. USD.

Noch eine interessante Zahl hinterher.

Einer der korruptestes aller Ex-OB’s der Türkei, Melih Gökcek von der AKP, kam damals mit nur 6.471 Stimmen Unterschied an die Macht. Die Anträge der Opposition auf eine nochmalige Zählen in einigen wenigen Bezirken, wurden damals von der Wahlkommission allesamt abgeschmettert.

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