Albayrak: “Ein Zeichen starker Erholung”

Der Schwiegersohn von Erdogan, im Nebenberuf Finanz- und Schatzamtsminister, sieht Zeichen zur Erholung der türkischen Wirtschaft. Um dieses aufzuzeigen greift er nach der einzigen Zahl, die eigentlich so kaum eine Bedeutung hat.

Der Verbrauchervertrauensindex ist ähnlich der deutschen Konsumklimaindex des Nürberger Marktforschers GfK. Dieser Wert ist von März auf April in der Türkei um 3,4% auf 84,7% gestiegen.

Interessant hierbei ist, dass das produzierende Gewerbe mit 100% den Vogel abschließt, wo diese doch in den massivsten Schwierigkeiten steckt.

Die GfK geht stellt zur Ermittlung des Konsumklimaindex folgende Fragen:

Methode
Den ausgewählten Personen werden die folgenden drei Fragen mit den angegebenen Antwortoptionen gestellt:

Konjunkturerwartung
„Was glauben Sie, wie wird sich die allgemeine wirtschaftliche Lage in den kommenden zwölf Monaten entwickeln?“ (verbessern – gleich bleiben – verschlechtern)

Einkommenserwartung
„Wie wird sich Ihrer Ansicht nach die finanzielle Lage Ihres Haushalts in den kommenden zwölf Monaten entwickeln?“ (verbessern – gleich bleiben – verschlechtern)

Konsum- und Anschaffungsneigung
„Glauben Sie, dass es zurzeit ratsam ist, größere Anschaffungen zu tätigen?“ (Der Augenblick ist günstig – weder günstig noch ungünstig – ungünstig)

Berechnung der Indexwerte
Der Prozentsatz der negativen Antworten wird bei der jeweiligen Frage von den positiven abgezogen. Wenn alle Befragten mit “Wird viel besser werden” oder “Wird besser werden” antworten, liegt der Wert bei +100, sind alle Befragten gegenteiliger Meinung bei -100. Laut GfK wird der Saldo aus positiven und negativen Antworten schließlich so umgerechnet, dass der langjährige Durchschnitt bei 0 liegt, der Indikator aber weiterhin zwischen +100 und -100 liegt. (wikipedia)

Ähnlich lauten die Fragen auch in der Türkei. Das hierbei die produzierenden Unternehmen allesamt die Zukunft rosig sehen, kann nur bedeuten, dass sie denken: “Schlimmer kann es nicht mehr werden!”

Das Vertrauen der Konsumenten steht bei 63,5%, Dienstleistungsgewerbe 83,1%, der Einzelhandel bei 90,6% und das Baugewerbe bei 53,9% (!!!). Die schlechteste Zahl weist das Baugewerbe, der Motor der türkischen Wirtschaft und der Hauptgrund des Wirtschaftswachstums in der Vergangenheit, aus.

Somit kann man feststellen, dass sich Herr Albayrak wieder an den falschen Halm klammert und das, was er als Positiv ausweist, unter den vielen negativen Vorzeichen, fast keine Bedeutung hat.

Quelle: Dünya

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