Adabank – ‘Nafile’ bedeutet auf Türkisch ‘vergeblich’

ADABANK ist eine kleine Privatbank in der Türkei. Die Bank gehörte anfänglich der Uzan-Gruppe. Zu Zeiten der Bankenkrise geriet es in Schwierigkeiten und wurde im Rahmen der Beschlagnahmen gegen die Familie Uzan vom Staat (TMSF) übernommen. Danach hat die Bank eine ziemlich holprige Geschichte hinter sich gebracht. Im Auftrag einer deutschen Investorengruppe hatte ich 2004 ebenfalls Interesse bekundet, die Bank zu übernehmen. Es ging lediglich darum die Vollbanklizenz zu übernehmen, damit man Türkei weit agieren konnte. Es war immer eine unsichtbare Mauer um die Bank bzw. um die Entscheider bei der staatl. TMSF herum, dass man nicht weiterkam. 2006 waren dann die Kuwaiter und 2010 dann die Israelis mit der Bank Hapoalim an der Adabank interessiert, aber es klappte nicht mit der Übernahme.

Am 24. März dieses Jahres wurde von der staatlichen TMSF verkündet, dass die Adabank an eine Gruppe um einen türkischen Geschäftsmann verkauft werden würde. Es war mittlerweile die 12. Ausschreibung um die Adabank. Der Kaufpreis soll bei 60 Millionen USD gelegen haben. Der Verkauf ist wohl realisiert und wartet auf die Zustimmung der Bankenaufsicht der Türkei. Es war nur zu erfahren, dass ein NA-FI Dis Ticaret A.S. die Bank gekauft haben soll. Schaut man in das Handelsregister von Istanbul und sonstigen Dateien, wo die Unternehmen alle registriert sein müssen, so findet man kein NA-FI. NA-FI-LE würde ich sagen, das bedeutet auf Türkisch „vergeblich“. Wir kann so etwas sein? Der Staat veräußert eine Bank, der Käufer ist namentlich bekannt, die Bankenaufsicht entscheidet, aber der Käufer ist nicht bekannt.

„Zustände wie im alten Rom“, möchte man sagen, aber ging es im damaligen Rom wirklich korrupter zu als in der AKP-Türkei?

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