Schon wieder Erdölfunde in Diyarbakir und Siirt (wie immer vor den Wahlen)

Der Alleinherrscher und seine Mannen sind in den Zielgeraden der Kommunalwahlen am 31. März und die Niveauregulierung versagt gänzlich. Sogar die nicht bezahlten Parktickets unbescholtener Kandidaten der Koalition sind ein Wahlkampfthema. Analysiert man seine Vorgehensweise, kamen die 50 Toten in Neuseeland ihm gerade recht. Ich hoffe, dass das was er an Schrott und Menschen verachtenden von sich gibt, bei den Angehörigen der Opfer nicht ankommt.

„Eines nicht allzu fernen Tages werden wir auf die Erdogan-Epoche zurückblicken und uns fragen, ob es diese überhaupt je gab oder wir eine Sinnestäuschung hatten – so unwirklich erscheint nämlich dieser Tiefpunkt in der türkischen Geschichte.“ sagte heute Morgen ein Freund und recht hat er. Immer wenn man denkt, tiefer geht es nicht mehr, geht es doch.

Blicken ich auf die Türkei-Nachrichten, merkt man sofort, dass irgendwelche Wahlen bevorstehen müssen. In Diyarbakir und Siirt ist man auf Öl gestoßen. Beides kurdische Hochburgen. Das ist einer der Standardnachrichten vor jeder Wahl. Warum es danach nicht gefördert wird, fragt sowieso niemand.

Welt zweitgrößter Glasproduzent Şişecam unterzeichnet Kooperationsabkommen mit dem militärischem Gerätehersteller Aselsan, um das Glas des Periskopes des ersten türkischen Panzers zu produzieren. Ihr wisst, wie groß so ein Glasstück ist? Hier wird es aber so dargestellt, als ob der Panzer eine Rundumverglasung bekommen würde und außerdem, außer Şişecam käme kein anderes Unternehmen in der Türkei dafür in Frage. Minister Pakdemirli verkündet, dass die Zahlungen an die Bauern heute um 18 Uhr losgehen würden. Das verkündet man seit Monaten, aber diesmal möchte ich mal glauben, denn in einer Woche sind die Wahlen. Wie weit man mit dem ersten Auto und Verkehrsflugzeug aus rein türkischer Produktion ist, kann man erahnen. Erstmals in der Ära Erdogan wurde vor einer Wahl, kein einziges Wort darüber verloren.

Jetzt könnten einige Anhänger von ihm glauben, dass ich ihn wieder schlecht machen möchte. Nein, er ist schlecht und bekommt der Türkei nicht. Ich erwähne hier lediglich seine schrägen Worte und unmöglichen Taten, in der Hoffnung, dass wieder einige aufwachen und der Realität ins Auge sehen.

Er lacht über die Erdölfunde.