Lebensberechtigungsscheine für die Türkei, bekommt man nicht leicht.

Es ist lange her, da hatte der Alleinherrscher schon festgelegt, dass Homosexualität eine Krankheit ist. Das hat jetzt der schwule Polizist O.G. (34) zu spüren bekommen.

2017, als er in der ostanatolischen Stadt Van seinen Dienst verrichtete, hatte er während seines Urlaubs seinen Lebensgefährten A.B. mit in die Polizeikantine mitgenommen. Der Tee sollte beiden nicht bekommen.

Als O.G. mal kurz weg musste, saß A.B. alleine am Tisch. Da er für die restlichen Polizisten ein Fremder war, verlangte man nach seinem Ausweis. Kurz darauf wurde er in Gewahrsam genommen. Bei der ersten Vernehmung sagte er, dass er von O.G. zu sexuellen Handlungen gezwungen wurde. Daraufhin wurde O.G. festgenommen. Nach einigen Tagen ging A.B. zur Staatsanwaltschaft und teilte mit, dass er unter massivem Druck seine Aussage gemacht hätte und gab preis, dass er mit O.G. ein Verhältnis hätte. Daraufhin ist O.G. am 8. Tag seiner Festnahme, freigelassen worden. Nach einem Gerichtsurteil vom November 2018 ist er vom Polizeidienst entfernt worden.

Die Lebensberechtigungsscheine (von mir erfunden) in der Türkei unterliegen strengsten Kriterien. Manchmal reicht nicht einmal, dass man AKP Wähler ist, wenn man dazu noch schwul oder lesbisch ist.

Dieser Ex-Polizist ist somit Lebenslänglich gebrandmarkt. Er könnte nicht einmal irgendwo kellnern gehen, wie die Hunderttausende, die wegen Terrorverdacht u.a. vom Dienst entfernt worden sind.

Foto: Image by janjf93 on Pixabay

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