Wenn alles so optimal verläuft, warum dann all die Vorkehrungen?

Jeden Tag ist er mit dem Mikrofon in der Hand unterwegs und erzählt der Bevölkerung, dass es keine elementaren Probleme gibt in der türkischen Wirtschaft. Schuld sind an der nicht existenten Misere, die Attacken aus dem Ausland, oder die Sozialdemokraten, die seit 60 Jahren nicht mehr an der Macht waren.

Auf der anderen Seite folgt ein Hilfspaket dem anderen. In die Wirtschaft wir ständig Geld gepumpt, damit es noch bis zu den Kommunalwahlen am 31. März überlebt.

Was ist nicht alles gemacht worden in den letzten Monaten. Steuersenkungen, Fördergelder, Schenkungen usw. Es hat nichts bewirkt. Egal was man macht, die Wirtschaft kommt nicht weiter.

Bei den Autos und Weißwaren hat man die Verbrauchssteuern – befristet – gesenkt und als man sah, dass es ohne Wirkung blieb, immer wieder die Frist verlängert. Erstmal bis zu den Kommunalwahlen am 31. März. Mit dieser Entscheidung wollte man eigentlich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen sollten die Verkäufe steigen und zum anderen, die Inflation sinken. In 2018 wurden, im Vergleich zu 2017 33% weniger Autos verkauft. Vergleicht man Januar 2019 mit Januar 2018, beträgt der Rückgang der Autoverkäufe 59%.

Auch die Herabsetzung der Immobilienfinanzierungszinsen hat einen Rückgang der Immobilienverkäufe von 30%, im Vergleich zum schlechten Vorjahr gebracht.

Die Kreditkartenschulden der Nation wurden durch die angebotenen günstigen Umfinanzierungen abgefedert.

Die Türkei, beim ständigen Wechseln auf die neuesten Handy-Modelle der Weltmeister, musste sogar in diesem Bereich einen Rückgang erleben. Noch nie waren die Handyimporte so niedrig.

Strom und Erdgas sollten 10% günstiger werden, aber auf den Rechnungen war dieses nicht der Fall.

Die Steuern für Kfz. sind von 23,79 auf 15,9% herabgesetzt worden. Die Preissteigerungen bei Erdöl wurden durch Steuersenkungen aufgefangen und nicht an den Verbraucher weitergegeben worden, obwohl die Preise in den letzten Tagen wieder stoßweise steigen.

Der Bankenverband macht abermals Verrenkungen und steigert die Ratenzahlungen bei Verbraucherkrediten auf 60 Monate. Also versucht man alles, nur es hilft nicht.

Die Wiederbelebungsversuche einzustellen, könnte eine Lösung sein

Die Unternehmenspleiten gehen unvermindert weiter. Folglich steigt die Arbeitslosigkeit weiter. Alles wird nur noch schlimmer. Ankara verzögert den großen Knall der Wirtschaft und sorgt dafür, dass der Schuldensumpf der Privatpersonen, der Wirtschaft und des Staates noch größer wird.

Während das alles passiert, betätigt sich der Staat als Obst- und Gemüseverkäufer. Auch bei diesen Aktionen macht der Staat Verluste, die dann am Ende vom Bürger zu begleichen sind. Günstiges Obst und Gemüse? Von wegen!

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