Türkei: Günstigste Milch, teuerste Butter

Der Kuh macht Muh, überall auf der Welt, nur deren Milch (roh) ist in der Türkei und in Argentinien am billigsten. Vergleicht man die Preise aus November 2018, so kosten 100 Liter Milch in Japan am meisten, nämlich 81,92 EUR. In der Türkei kostete die gleiche Menge im November 2018 25,33 EUR.

In der EU kosteten 100 Liter im Durchschnitt 35,87 EUR, mit Deutschland identisch (Dez. 2018).

Vom weltweit günstigsten Milch, wird das teuerste Butter produziert. Während ein Kilo Butter in Deutschland 4,48 EUR kostet es in der Türkei 27,83 TL. Umgerechnet ist somit der Preis, mit dem in Deutschland identisch.

Laut Türkstat (TÜIK) kommt die Milch beim Verbraucher ziemlich teuer an und die Preisschere vom Bauern zum Verbraucher wird immer größer.

Beim Bauern           Verbraucher Die Spanne

2010                          0,85 TL                      1,97 TL          2,32 fache

2017                          1,12 TL                      3,14 TL          2,60 fache

2019                          1,46 TL                      3,99 TL          2,74 fache

Viele Milchbauer sehen keinen Sinn mehr darin, weiter auf Milch zu setzen und schicken ihre Milchkühe zum Schlachthof. Während einige zur Fleischproduktion übergehen, hören die meisten gänzlich damit auf.

Zwischen 2007-2008 wurden über eine Million Milchkühe geschlachtet. Die Türkei ist auch in diesem Bereich in Importabhängigkeit geraten und importiert seit 10 Jahren. Im letzten Jahr wurden für 10 Milliarden USD Fleisch und Produkte aus Fleisch, ja sogar Milch importiert.

Was Tierfutter angeht ist die Abhängigkeit aus dem Ausland sogar noch größer. Je mehr die TL an Wert verliert, umso teurer wird das dringend benötigte Futter. In den letzten Jahren sind auch die Energie-, Arbeitnehmer- und Logistikpreise sind explodiert.

Laut dem Verband der Milchproduzenten wäre ein Idealzustand, wenn der Bauer vom 1 Liter verkauften Milch, 1,3 Kilo Futter kaufen kann, erreicht. Derzeit kann er aber nur 1,07 Kilo kaufen.

Es gibt ohne Wenn und Aber nur die eine Lösung: Die Futterherstellung muss in der Türkei erfolgen und devisenunabhängig werden. Derzeit subventioniert aber Ankara eher die Importe und vernachlässigt die eigentliche Lösung.

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