Schuhe am Donauufer

Schuhe am Donauufer ist ein Mahnmal in Budapest, das von Gyula Pauer und Can Togay zur Erinnerung an die Pogrome an Juden durch Pfeilkreuzler * im Ungarn während des zweiten Weltkriegs gestaltet wurde.

Auf einer Länge von 40 Metern wurden sechzig Paar Schuhe aus Metall zum Gedenken an die Erschießungen von 1944 und 1945, als Pfeilkreuzler jüdische Ungarn am Donauufer zusammentrieben und erschossen, am Boden angebracht. Der ungarische Historiker Krisztián Ungváry spricht von 2.600 bis 3.600 Opfern, die auf diese Weise ermordet worden sind. Die Schuhe stehen oder liegen „wie zufällig“ übrig geblieben. Das Holocaustmahnmal wurde 2005 so gestaltet, dass es auf den ersten Blick nicht verrät, welches Geschehen dahintersteckt.

Im Unterschied zum Mahnmal für die ermordeten Juden Ungarns bei der Großen Synagoge ist es am Donauufer ein eher stilles Gedenken.

Schändung des Denkmals

Am 15. Juni 2009 wurden in die Schuhe am Donauufer von unbekannten Tätern Schweinefüße gesteckt. Die Täter konnten trotz der öffentlichen Empörung und umfassender Ermittlungen nicht gefasst werden.

Verhinderung eines Verbrechens am 8. Januar 1945

Das Mahnmal erinnert indirekt auch an die Rettungsaktionen anderer Ungarn wie Károly Szabó, eines Angestellten der Schwedischen Botschaft, und der 20 namentlich unbekannten Polizisten, die am 8. Januar 1945 mit ihm von Pfeilkreuzlern aus den schwedischen Botschaftsräumen zur Erschießung entführte jüdische Ungarn mit blankem Bajonett retteten und ihnen dann zur Flucht verhalfen. Bericht der Familie Jakobovits 1947: “Als die Rettung in letzter Minute kam, standen wir mit den Gesichtern zum Wasser am Donauufer.”

Quelle: Wikipedia

(*) Die Pfeilkreuzler oder Hungaristen waren die Anhänger einer unter verschiedenen Bezeichnungen von 1935 bis 1945 bestehenden faschistischen und antisemitischen Partei in Ungarn. Ihr Parteiführer war Ferenc Szálasi. Mit Unterstützung des Dritten Reiches errichteten die Pfeilkreuzler vom 16. Oktober 1944 bis zum 28. März 1945 in den noch nicht von der Roten Armee besetzten Teilen Ungarns eine faschistische Kollaborationsregierung, unter der mehrere zehntausend Menschen ermordet wurden.