Eine große türkische Fluglinie weist 8 Milliarden TL Verlust aus

Irgendwie habe ich nicht übers Herz gebracht, den Namen der beliebten Fluglinie auszuschreiben. Jedenfalls ist dieser Verlust, an die Börse mitgeteilt worden und folglich, verbindlich.

Kann man es noch gerade biegen, damit es sich besser anhört? Ja!

Diesen Verlust kann man aber auch relativieren, in dem man die IFRS ins Spiel bringt. Die International Financial Reporting Standards (IFRS) sind internationale Rechnungslegungsvorschriften für Unternehmen, die vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegeben werden. Sie sollen losgelöst von nationalen Rechtsvorschriften die Aufstellung international vergleichbarer Jahres- und Konzernabschlüsse regeln. Die IFRS werden von zahlreichen Ländern zumindest für kapitalmarkt­orientierte Unternehmen vorgeschrieben. Sie bestehen aus Standards und offiziellen Interpretationen dieser Standards. Für die IFRS gibt es ein Rahmenkonzept (Framework).

Der Experte sagt:

Ich habe einen Experten und Banker gefragt, was den passiert, wenn das Unternehmen, im eigenen Land Verlust, aber über die IFRS einen Gewinn ausweist. Er sagte: „Was diese große Airline anbetrifft, gehe ich – unabhängig von irgendwelchen Bilanzausweisen – angesichts des größten Streckennetzes aller Airlines, der immensen Werbungskosten und der Devisenentwicklung auch von einem deftigen Verlust aus, den der Steuerzahler abdecken darf. Aber die Frage ist natürlich auch, wie man den Unternehmenserfolg bemisst. Die IFRS versuchen, die heutigen verlustbringenden Investitionen und daraus zukünftig zu erzielenden Gewinne zusammen zu fassen und daraus den Unternehmenserfolg bzw. Unternehmenswert zu ermitteln. Nach IFRS bewertest du ja nicht was heute ist, sondern den heutigen Wert dessen, was sich in einem überschaubaren (??) Zeitraum realistisch mit deinen Assets erzielen lässt. Da ist natürlich dem Glauben mindestens so weit Tür und Tor geöffnet wie bei der Bewertung “nach gutem Kaufmannsbrauch” in den deutschen HGB-Regeln.“

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